"Hurra, ich bin Europameisterin"

in Göteborg, 4.-7.Sept. 2002

 

Gut vorbereitet starteten wir Österreicher am Montag den 26. August 2002 um 20.30 vom Flughafen Wien nach Göteborg. Die gute Vorbereitung sollte mir noch sehr von Nutzen sein wie sich später herrausstellte. Meine Filzgolf-erfahrungen beschränkten sich bisher auf das Eröffnungsturnier und die Einzellandesmeisterschaft in Hollabrunn. Schon beim Nationencup beobachtete ich die Schweden mit welcher Ruhe die Fehler wegstecken, auch Horst machte uns immer wieder darauf aufmerksam. Genau diese Einstellung brachte den Erfolg, vom dem ich nicht zu träumen gewagt hätte. " Ich kann´s ja jetzt noch nicht glauben."

Unser Ziel war ein Silbermedaille in der Mannschaft, den Damen ist es gelungen, den Herren leider nicht. Sie haben beim Mannschaftsfinale 17 Schläge auf Filz und 5 Schläge auf Eternit verloren, das bedeutete die Broze-medaille für unsere Herren. Trotzdem ist unsere Medaillienausbeute die Beste im heurigen Jahr bei internationalen Bewerben und das ist eine super Leistung von den oft belächelten " Gruftis ". Da es kein Nationentraining gab konnten wir immer trainieren, was auch fleißig genutzt wurde. Nach langem herumprobieren wurden auch die besten Bälle für die Miniaturanlage gefunden. Auf keinen Fall eine 18er Anlage, wir kämpften mit den hohen Temperaturschwankungen auch die Luftfeuchtigkeit war immer sehr hoch. Unser Betreuerteam arbeitete mit vollem Einsatz, von Leo und Trude wurden wir bestens mit allen möglichen Süßigkeiten und Essen versorgt. Unser Headcouch Walter Helm macht genaueste Aufzeichnungen, den bei den Herren wurde ihm die Aufstellung nicht leicht gemacht.

Vor dem Einzelfinale hatte ich mich auf den 3. Platz vorgekämpft, 9 Schläge hinter den zwei führenden Kammerer Elsa und Monica Anderson. Knapp hinter mir 2 Schwedinnen und 2 Deutsche, wobei ich mit der Deutschen Brunhilde Rühr noch schlaggleich war. Leider konnte Elsa nicht mehr mitziehen, obwohl sie gekämpft hat wie ein Löwe. Vor der letzten Filzrunde waren Monica Anderson und ich schlaggleich, Brunhilde Rühr 3 Schläge hinter mir, ich durfte mir also keine Fehler erlauben. Ein Anschuss auf der Rinne wurde mit einem Ass ausgebessert, auch auf der optischen Täuschung gelang mir der lange Putt. Als ich die Steilschräge mit Fenster überwunden hatte wußte ich dass der Titel greifbar war, ich hatte 4 Schläge Guthaben auf die Schwedin. Nur die letzte Bahn ( Mulde ) brachte einige Aufregung für mich, die Zuseher und Fritz. Der in dieser Runde noch ein paar weiße Haare mehr bekam. Beim ersten Schlag war die Neugierde zu groß, linke Kante, nächster Schlag schön Mitte aber derart durchgezogen,dass er sich irgendwie wieder aus der Mulde herausdrehte. Einen Schlag hatte ich noch zur Verfügung, jetzt war ich schon so weit gekommen warum sollte er nicht gelingen, waren meine Gedanken. Und er gelang, somit war ich Europameisterin und das in Schweden.

Das bei der telefonischen Liveschaltung zu Spirk Horst nach Werfen, der von Walter die letzten Bahnen kommentiert bekam, Horst das Handy nicht aus der Hand viel, nenne ich Nervenstärke.

Bei den Herren war Berger Franz umzingelt von Schweden und Finnland, er gewann die Silbermedaille zwei Schläge hinter dem ersten Peter Söderlund. Wenn man bedenkt der Schwede macht einen 3er wie ich auf der Schlussbahn, wer weiß wie es dann ausgegangen wäre. Auf alle Fälle eine super Leistung sich unter die Nordländer zu spielen.

Die Fahrt zur Schlußfeier abends war etwas kompliziert, mit unserem angemieteten Bus gings schon Richtung Stockholm. Es ist auch etwas schwierig auf einer kopierten Straßenkarte, wo der Weg mit Farbstift dick angezeichnet ist einen Strassennamen zu lesen.

Besondere Beliebtheit bei unseren Spielern hatten die sogenannten " Negerboller".

Die Fahrten frühmorgens mit Toni über die 10 Farthinder, sorgten immer für gute Unterhaltung.

Dem Losfieber auf dem Platz konnte keiner widerstehen, auch ich nicht, obwohl ich nie was gewinne.

Am Flughafen Wien wurde unsere Freude etwas gedämpft, denn die Koffer von Trude und mir so wie unsere Kiste mit den Schlägern waren wegen Übergewicht in Göteburg geblieben. Na Gott sei Dank ist das nicht beim hinfliegen passiert.

Andrasch Elfriede