Inofficium

Ade zur guten Nacht

1. Ade zur guten Nacht! Jetzt wird der Schluß gemacht, daß ich muß scheiden. [: Im Sommer wächst der Klee, im Winter schneit's den Schnee, da komm' ich wieder. :]

2. Es trauern Berg und Tal, wo ich viel tausend Mal bin drüber gangen; [: das hat deine Schönheit gemacht, hat mich zum Lieben gebracht mit großem Verlangen. :]

3. Das Brünnlein rinnt und rauscht wohl unterm Holderstrauch, wo wir gesessen; [: wie manchen Glockenschlag, da Herz bei Herzen lag, das hast vergessen. :]

4. (ohne Mädchen zu singen) Die Mädel in der Welt sind falscher als das Geld mit ihrem Lieben. [: Ade zur guten Nacht, jetzt wird der Schluß gemacht, daß ich muß scheiden. :]

5. (Mädchen alleine) Da sei ihr schlecht bericht’t, so sind wir Mädchen nicht, mit unserem Lieben. [: Seid ihr nur treu und recht, so sind auch wir nicht schlecht mit unserem Lieben. :]

An der Donau ist es schön

1. An der Donau ist es schön, tief im Tal und auf den Höh’n. Ob wir wo am Strand verweilen, ob wir mit den Wellen eilen: wohin auch die Augen seh’n, [: an der Donau ist es schön. :]

2. Burgen winken stolz und frei, Städte blühen traut dabei: schnell daheim ist der Geselle und der Wein gerät so helle. Nimmer möcht ich weiter geh’n: [: an der Donau ist es schön :]

3. Und dazu ein Mägdelein ganz freundlich und das Auge klar, wo ich raste, wo ich wand’re, eine lieber als die andre. Hätt’ ich hier ein Häuslein steh’n! [: An der Donau ist es schön. :]

Als ich schlummernd lag heut Nacht

1. Als ich schlummernd lag heut Nacht, lockten süße Träume, schimmern in der Jugendpracht mich in ferne Räume. Krasses Füchslein saß ich schlank in der Kneipe wieder und im vollen Chore klang laut das Lied der Lieder [: Gaudeamus igitur, iuvenes dum sumus, :] post iucundam iuventutem, post molestam senectutem [: nos habebit humus. :]

2. Tabakswolkenduft umkreist, bläulich, meinen Becher; desto heller flammt der Geist in dem Haupt der Zecher, Füchslein fühlt im Weltenrund sich der Schöpfung Krone; und er singt mit keckem Mund und mit vollem Tone: [: Ubi sunt, qui ante nos in mundo fuere? :] Vadite ad superos, transite ad inferos, [: ubi iam fuere. :]

3. Jäh erwacht’ ich. Glockenklar tönt’s mir in den Ohren: Heut’ sind’s runde siebzig Jahr, seit du wardst geboren. Heut schon liegen hinter dir der Semester hundert! - Hell rieb ich die Augen mir, summte still verwundert: [: Vita nostra brevis est, brevi finietur, :] venit mors velociter, rapid nos atrociter, [: nemini parcetur. :]

4. Schnell vom Lager sprang ich auf, rief: Mir hat das Leben viel in seinem kurzen Lauf, Leid und Lust, gegeben. Sei vergessen was gedrückt, mich mit Sorg’ und Plage; heut’ ein Hoch dem, was beglückt’ meine jungen Tage: [: Vivat academia, vivant professores; :] vivat membrum quodlibet, vivant membra quaelibet, [: semper sint in flore. :]

5. Goldne Burschenzeit entflog schnell, - daß Gott erbarme! - Ledern Philisterium zog mich in dürre Arme. Doch philistern lernt’ ich nicht, hoch auf goldnen Schwingen, trug mich Lieb’ zum Himmelslicht, jubelnd durft’ ich singen: [: Vivant omnes virgines faciles, formosae, :] vivant et mulieres, tenerae, amabiles, [: bonae, laboriosae. :]

6. Weib und Kinder an der Hand freut’ ich mich des Lebens; nützlich sein dem Vaterland war das Ziel des Strebens. Konnte sich’s zum Paradies auch nicht ganz gestalten, Treue, die ich ihm erwies, hat’s mir doch gehalten: [: Vivat et res publica, et qui illam regit, :] vivat nostra civitas, maecenatum caritas, [: quae nos hic protegit. :]

7. Im latein’schen Liede sang heut’ ich alter Knabe meines Lebens ganzen Gang von der Wieg’ zum Grabe; komme, wann du willst, Freund Hein, mich zur Ruh’ zu bringen; doch, wie einst als Füchslein, will der Greis noch singen: [: Pereat tristitia, pereant osores, :] pereat diabolus, quivis antiburschius, [: atque irrisores. :]

Als wir jüngst in Regensburg waren

1. Als wir jüngst in Regensburg waren, sind wir über den Strudel gefahren. Da warn viele Holden, die mitfahren wollten! [: (Hei!) Schwäbische, bayrische Dirndel, jucheirassa, muß der, muß der Schiffsmann fahren. :]

2. Und ein Mädel von zwölf Jahren ist mit über den Strudel gefahren; weil sie noch nicht liegen kunnt, fuhr sie sicher über Strudels Grund.

3. Und vom hohen Bergesschlosse kam auf stolzem schwarzen Rosse adlig Fräulein Kunigund, wollt mitfahren über Strudels Grund.

4 "Schiffsmann, lieber Schiffsmann mein, sollt’s denn so gefährlich sein? Schiffsmann sag’s mir ehrlich, ist’s denn so gefährlich?"

5. Wem der Myrthenkranz geblieben, landet froh und sicher drüben: wem er ist verloren, ist dem Tod erkoren."

6. Als sie auf die Mitt’ gekommen, kam ein großer Nix geschwommen, nahm das Fräulein Kunigund, fuhr mit ihr auf des Strudels Grund.

Auf den Bergen die Burgen

1. Auf den Bergen die Burgen, in dem Tale die Saale, die Mädchen im Städtchen, einst alles wie heut! Ihr werten Gefährten, wo seid ihr zur Zeit mir, ihr liegen geblieben? Ach alle zerstreut! Ach alle zerstreut!

2. Die einen, sie weinen; die andern, sie wandern; die dritten noch mitten im Wechsel der Zeit; auch viele am Ziele, zu den Toten entboten, verdorben, gestorben, in Lust und in Leid. In Lust und in Leid.

3 Ich alleine, der eine, schau’ wieder hernieder zur Saale im Tale, doch einsam und stumm. Eine Linde im Winde, die wiegt sich und biegt sich, rauscht schaurig und traurig; ich weiß wohl warum, ich weiß wohl warum.

Auf, laßt die Gläser klingen

1. Auf, laßt die Gläser klingen, daß es beim muntern Singen [: recht hell dazwischen schallt! :] Laßt leben, was da lebet, und gute Lauen hebet, [: daß laut das Echo hallt :] [: Hali, halo, hali, halo, der Frohsinn lebe hoch! :]

2. Wir wissen, daß auf Erden es nie kann schöner werden, [: als jetzt zur Jugendzeit. :] Drum nützet es recht weise das Stückchen Erdenreise [: die Jugendherrlichkeit :] [: Hali, halo, hali, halo, der Frohsinn lebe hoch! :]

3. In Liebchens Augensterne da schau’n wir ach so gerne; [: ihm weihen wir dies Glas :] Wenn auf der Welt nichts bliebe als ihre Treu’ und Liebe, [: der Himmel wär das :] [: Hali, halo, hali, halo, der Frohsinn lebe hoch! :]

Am Brunnen vor dem Tore

1. Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum, ich träumt' in seinem Schatten so manchen süßen Traum. Ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort, es zog in Freud und Leide [: zu ihm mich immer fort. :]

2. Ich mußt' auch heute wandern vorbei in tiefer Nacht, da hab ich noch im Dunkeln die Augen zugemacht. Und seine Zweige rauschten, als riefen sie mir zu: "Komm her zu mir, Geselle, [: hier find'st du deine Ruh'." :]

3. Die kalten Winde bliesen mir grad' ins Angesicht, der Hut flog mir vom Kopfe, ich wendete mich nicht. Nun bin ich manche Stunde entfernt von jenem Ort, und immer hör' ich's rauschen: [: "Du fändest Ruhe dort." :]

Beim Rosenwirt am Grabentor

1. Beim Rosenwirt am Grabentor des Abends um halb sechs den Hammer schwingt der Wirt empor und schlägt den Zapfen ex! Das schlurrt und glurrt aus feuchter Nacht vom Spundloch in die Kann’. Ei seht, wie’s Antlitz jedem lacht, jedwedem Zechersmann: [:[:Bierlein rinn! Bierlein rinn! :] Was nutzen mir die Kreuzerlein, wenn ich gestorben bin! :]

2. Beim Rosenwirt im Stübel drin, da sitz ein Junges Blut, die schmucke, schlanke Kellnerin war ihm noch gestern gut. Doch heute ist sie durchgebrannt, fahr wohl du falsche Hex’! Der Bursch kehrt sein Gesicht zur Wand und summt um halber sechs: [:[:Bierlein rinn! Bierlein rinn! :] Was nutzen mir die Kreuzerlein, wenn ich gestorben bin! :]

3. Beim Rosenwirt am Eichentisch , da thront ein braver Greis, die Wangen rot, die Augen frisch, die Haare silberweiß! Schlug ihm auch manchen großen Plan das Schicksal schnöd’ entzwei - um halber sechs schlägt auch wer an, der Alte brummt dabei: [:[:Bierlein rinn! Bierlein rinn! :] Was nutzen mir die Kreuzerlein, wenn ich gestorben bin! :]

4. Beim Rosenwirt am Grabentor, da blüht ein fein Gewächs, das heben wir im Glas empor schon abends um halb sechs. Wir heben es gar emsig hoch, wir leeren ‘s auf den Grund - um Mitternacht da klingt es noch, schallt’s noch von Mund zu Mund: [:[:Bierlein rinn! Bierlein rinn! :] Was nutzen mir die Kreuzerlein, wenn ich gestorben bin! :]

5. Und schlägt mir einst der Sensenmann den Nagel auf die Truh’ rast’ ich von harter Lebensbahn in kühler Grabesruh’, dann schwingt bekränzt den Becher mir, dem müden Wandersmann, der euch gelehrt den Spruch zum Bier, und hebet also an: [:[:Bierlein rinn! Bierlein rinn! :] Was nutzen mir die Kreuzerlein, wenn ich gestorben bin! :]

Bin ein fahrender Gesell’

1. Bin ein fahrender Gesell', kenne keine Sorgen; labt mich heut' der Felsenquell, tut es Rheinwein morgen. Bin ein Ritter lobesam, reit' auf Schusters Rappen, führ' den lock'ren Zeisighahn und den Spruch im Wappen: Lustig Blut und froher Sinn, fort ist fort, hin ist hin, lustig Blut und froher Sinn, hin ist hin.

2. Zieh' ich in ein Städtchen ein, spür' ich's im Gehirne, wo man trifft den besten Wein und die schönste Dirne. Spielmann lächelt wohlgemut, streicht die Fiedel schneller, und ich werf' ihm in den Hut meinen letzten Heller. Lustig Blut usw.

3. Meister Wirt, darfst heut' nicht ruh'n, schlag heraus den Zapfen! Back', Frau Wirtin, mir ein Huhn und zum Nachtisch Krapfen! Was ich heut' nicht zahlen kann, zahlen will ich's künftig, darum schreibt's mit Kreide an, Wirt, und denk' vernünftig. Lustig Blut usw.

4. Wein' dir nicht die Äuglein trüb, Mägdelein, vor Trauer! Fahrender Gesellen Lieb' ist von kurzer Dauer. Fahrender Gesellen Lieb' endet vor den Toren, wein' dir nicht die Äuglein trüb, hast nicht viel verloren. Lustig Blut usw.

5. Kommt ein Stern mit einem Schwanz, will die Welt zertrümmern, gebet euch den Sorgen ganz, mich soll's wenig kümmern. Wird dem Weltenbrand zum Raub Berg und Wald und Heide, wird das Wirtshaus auch zu Staub, schwarzes Brett und Kreide. Lustig Blut usw.

Ça, ça geschmauset

1. Ça, ça geschmauset, laßt uns nicht rappelköpfisch sein! Wer nicht mithauset, der bleib' daheim! Edite, bibite, collegiales, [: post multa saecula pocula nulla! :]

2. Der Herr Professor liest heut' kein Kollegium; drum ist es besser man trinkt eins 'rum. Edite, bibite, collegiales, [: post multa saecula pocula nulla! :]

3. Trinkt nach Gefallen, bis ihr die Finger danach leckt; dann hat's uns allen recht wohl geschmeckt. Edite, bibite, collegiales, [: post multa saecula pocula nulla! :]

4. Auf, auf ihr Brüder! erhebt den Bacchus auf den Thron und setzt euch nieder, wir trinken schon. Edite, bibite, collegiales, [: post multa saecula pocula nulla! :]

5. So lebt man immer, solang der junge Lenz uns blinkt und Jugendschimmer die Wangen schminkt. Edite, bibite, collegiales, [: post multa saecula pocula nulla! :]

6. Knaster, den gelben, hat uns Apollo präpariert und uns denselben rekommandiert. Edite, bibite, collegiales, [: post multa saecula pocula nulla! :]

7. Hat dann ein jeder sein Pfeifchen Knaster angebrannt, so nehm' er wieder sein Glas zur Hand! Edite, bibite, collegiales, [: post multa saecula pocula nulla! :]

8. So lebt man lustig, weil es noch flotter Bursche heißt, bis daß man rüstig ad patres reist. Edite, bibite, collegiales, [: post multa saecula pocula nulla! :]

9. Denkt oft, ihr Brüder, an unsre Jugendfröhlichkeit, sie kehrt nicht wieder, die goldne Zeit! Edite, bibite, collegiales, [: post multa saecula pocula nulla! :]

Das Schönste auf der Welt

1. Das Schönste auf der Welt ist mein Tirolerland, mit seinen Bergeshöh'n und seiner Felsenwand. [: Valleri, vallera, valleri, vallera, hoch oben auf der Alm! :]
[: Tirolerland, wie bist du schön, so schön, wer weiß, ob wir uns wiederseh'n. :]

2. Des Morgens in der Früh, da steig' ich hoch hinauf, da geht so wunderschön die Morgensonne auf. [: Valleri, usw. :]

3. Des Nachts, wenn alles schläft und ich allein bin wach, dann steig' ich auf die Alm und spür' dem Gamsbock nach. [: Valleri, usw. :]

4. Die ich nicht leiden mag, die seh' ich alle Tag - und die mein Herz erfreut, die ist so weit, so weit. [: Valleri, usw. :]

5. Wenn ich gestorben bin, so tragt mich hoch hinauf; begrabt ihr mich im Tal, dann steig' ich selber 'nauf. [: Valleri, usw. :]

Das schwarzbraune Bier

1. Das schwarzbraune Bier, das trink’ ich so gern und schwarzbraune Mädel, die küss’ ich so gern; ei du, ei du, ei du schwarzbraunes Dudeldudeldei, juvivallerallera, juvivallerallera, du läßt mir keine Ruh.

2. Das Mägdlein hat zwei Äugelein, die glänzen wie zwei Sternelein; ei du ...

3. Das Mägdlein hat einen rosigen Mund, und wer ihn küßt, der wird gesund; ei du ...

4. Das Mägdlein hat ein rosiges Kinn und in der Mitt’ ein Grübchen drin; ei du ...

5. Das Mägdlein ist so voll von Lust, es klopft das Herz mir in der Brust; ei du ...

6. Das Mägdlein hat ein Herzelein, das soll auf immer mein eigen sein; ei du ...
 
 

Das war der Graf von Rüdesheim

1. Das war der Graf von Rüdesheim mit Gütern reich beglückt, der hat des Winzers holder Mais zu tief ins Auf’ geblickt. Doch als er ihr die Lieb’ gestand, lacht’ sie ihm ins Gesicht; Der Graf ging tief betrübt nach Haus und mied das Tageslicht. [: Und er saß und vergaß in seiner Burg am Rhein seinen Schmerz, denn das Herz tröstet Rüdesheimer Wein. :]

2. Wohl sieben Jahre saß er so geschieden von der Welt und gab für Rüdesheimer Wein hin all sein Gut und Geld; wohl vierzig Güter gab er hin für edles Rebenblut, und als das letzte Jahr verging, ging auch sein letztes Gut. [: Also saß und vergaß er in der Burg am Rhein seinen Schmerz, denn das Herz tröstet Rüdesheimer Wein. :]

3. Doch als das letzte Gut vertan, ging es dem Grafen schlecht, ein andrer Herr bezog das Schloß, da ward der Graf ein Knecht. Die ganze Woche plagt’ er sich im Wirtshaus vor der Burg; was in der Woche er verdient’, bracht er am Sonntag durch. [: Und dann saß und vergaß er im Kellerloch am Rhein seinen Schmerz, denn das Herz tröstet Rüdesheimer Wein. :]

4. Und die euch diese Lied erdacht, die waren selber dort; zu Faß kam man den Berg herab, die Gelder waren fort. Man haderte mit dem Geschick und härmte sich gar sehr; da hörte man vom edlen Graf die wundersame Mär. [:Und man saß und vergaß vor seiner Burg am Rhein allen Schmerz, denn das Herz tröstet Rüdesheimer Wein. :]

Das war der Herr von Rodenstein

1. Das war der Herr von Rodenstein, der sprach: "Daß Gott mir helf’, gibt’s nirgends mehr ‘nen Tropfen Wein des Nachts um halber zwölf?

Raus da! Raus da aus dem Haus da! Herr Wirt, daß Gott mir helf’, gibt’s nirgends mehr ‘nen Tropfen Wein [:des Nachts um halber zwölf :].

2. Er ritt landauf, landab im Trab, kein Wirt ließ ihn ins Haus; todkrank noch seufzt vom Gaul herab er in die Nacht hinaus: Raus da!…

3. Und als mit Spieß und Jägersrock sie ihn zu Grab getan, hub selbst die alte Lumpenglock betrübt zu läuten an: Raus da! …

4. Doch wem der letzte Schoppen fehlt, den duld’t kein Erdreich nicht. drum tobt er jetzt, vom Durst gequält, als Geist umher und spricht: Raus da! …

5. Und alles was im Odenwald sein’ Durst noch nicht gestillt, das folgt ihm bald, es schallt und knallt, das klafft und brüllt: Raus da! …

6. Das Lied singt man, wenn’s auch verdrießt, gestrengem Wirt zur Lehr; wer zu genau die Herberg schließt, den straft das wilde Heer: Raus da! …

Das war der Zwerg Perkeo

1. Das war der Zwerg Perkeo im Heidelberger Schloß, an Wuchse klein und winzig, an Durste riesengroß. Man schalt ihn einen Narren, er dachte: "Liebe Leut', [: wär't ihr wie ich doch alle feuchtfröhlich und gescheit!" :]

2. Und als das Faß, das große, mit Wein bestellet war, da ward sein künft'ger Standpunkt dem Zwergen völlig klar. "Fahr wohl", sprach er, "o Welt, du Katzenjammertal, [: was sie auf dir hantieren ist wurst mir und egal!" :]

3. "Um lederne Ideen rauft man manch' heißen Kampf, es ist im Grund doch alles nur Nebel, Rauch und Dampf! Die Wahrheit liegt im Weine, beim Weinschlurf sonder End' [: erklär' ich alter Narre fortan mich permanent." :]

4. Perkeo stieg zum Keller; er kam nicht mehr herfür und sog bei fünfzehn Jahre am rheinischen Malvasier. War's drunten auch stichdunkel, ihm strahlte inneres Licht, [: und wankten auch die Beine, er trank und murrte nicht. :]

5. Als er zum Faß gestiegen, stand's wohlgefüllt und schwer, doch als er kam zu sterben, klang's ausgesaugt und leer. Da sprach er fromm: "Nun preiset, ihr Leut', des Herren Macht, [: die in mir schwachem Knirpse so Starkes hat vollbracht." :]

6. Wie es dem kleinen David gegen Goliath einst gelang, also ich arm Gezwerge den Riesen Durst bezwang. Nun singt ein de profundis, daß das Gewölb' erdröhnt, [: das Faß steht auf der Neige, ich falle sieggekrönt." :]

7. Perkeo ward begraben. Um seine Kellergruft beim leeren Riesenfasse weht heut' noch feuchte Luft. Und wer als frommer Pilger frühmorgens ihr genaht: [: Weh' ihm! Als Weinvertilger durchtobt er nachts die Stadt! :]

Der Sang ist verschollen

1. Der Sang ist verschollen, der Wein ist verraucht, stumm irr’ ich und träumend umher [: Es taumeln die Häuser, vom Sturme umhaucht, es taumeln die Wellen ins Meer. :]

2. Die Wolken sie wandern, manch Sternlein fällt, hat tief in den Wolken gezecht; [: Ich steh’ da wie ein Fürst, wie die Angel der Welt, wie ein Kaiser in Freiheit und Recht. :]

3. Und die Straßen durchirr’ ich, die Plätze so schnell, ich klopfe von Hause zu Haus; [: Bin ein fahrender Schüler, ein wüster Gesell, wer schützt mich vor Wetter und Graus? :]

4. Ein Mägdlein winkt mir vom hohen Altan, hell flackert im Winde ihr Haar. [: Ich Schlag in die Saiten und schwing’ mich hinan, wie licht ist ihr Aug’ und wie klar! :]

5. Und sie küßt mich und drückt mich und lacht so hell; nie hab’ ich die Dirne geschaut. [: Bin ein fahrender Schüler, ein wüster Gesell, was lacht sie und küßt mich so traut? :]

Der Papst lebt herrlich in der Welt

1. Der Papst lebt herrlich in der Welt, er lebt von seinem Ablaßgeld. [: Er trinkt den allerbesten Wein, drum möchte ich der Papst wohl sein, :]

2. Doch nein, er ist ein armer Wicht, ein holdes Mädchen küßt ihn nicht, [: er schläft in seinem Bett allein, ich möchte doch der Papst nicht sein. :]

3. Der Sultan lebt in Saus und Braus, er wohnt in einem großen Haus [: voll wunderschöner Mägdelein, ich möchte doch auch Sultan sein. :]

4. Doch nein, er ist ein armer Mann, er lebt nach seinem Alkoran, [: er trinkt nicht einen Tropfen Wein, ich möchte doch nicht Sultan sein, :]

5. Getrennt wünscht’ ich mir beider Glück nicht einen einz’gen Augenblick, [: doch das ging ich mit Freuden ein: bald Papst, bald Sultan möcht ich sein. :]

6. Drum, Mädchen gib mir einen Kuß, denn jetzt bin ich der Sultanus; [: drum traute Brüder schenkt mir ein, damit ich auch der Papst kann sein. :]

Dort Saaleck, hier die Rudelsburg

1. Dort Saaleck, hier die Rudelsburg und unten tief im Tale, da rauschet zwischen Felsen durch die alte, liebe Saale. Und Berge hier, und Berge dort, zur Rechten und zur Linken: [: Die Rudelsburg, das ist ein Ort, zum Schwärmen und zum Trinken. :]

2. Das wissen die Studenten auch in Jena und in Halle und trinken dort nach altem Brauch im Hof und auf dem Walle. Umringt von moosigem Gestein, wie klingen da die Lieder! [: Die Saale rauscht so freudig drin, die Berge hallen wider. :]

3. O Vaterland, wie bist du schön mit deinen Saatenfeldern, mit deinen Tälern, deinen Höh’n und all den stolzen Wäldern! O Vaterland drum wollen wir dir unsre Lider singen, [: zu deinem Preise sollen hier laut Herz und Becher klingen. :]

4. Wie tönt das ins Tal hinein vom Felsen hoch hernieder, die Saale rauscht so freudig drein, die Berge hallen wider; und Berge hier und berge dort zur Rechten und zur Linken [: die Rudelsburg, das ist ein Ort zum Schwärmen und zum Trinken. :]

Ein Heller und ein Batzen

1. Ein Heller und ein Batzen, die waren beide mein. [: der Heller ward zu Wasser, der Batzen ward zu Wein. :]

2. Die Mädel und die Wirtsleut', die rufen beid': o weh! [: die Wirtsleut', wenn ich komme, die Mädel, wenn ich geh'. :]

3. Mein' Stiefel sind zerrissen, mein' Schuh', die sind entzwei, [: und draußen auf der Heide, da singt der Vogel frei. :]

4. Und gäb's kein Landstraß' nirgends, so säß' ich still zu Haus, [: und gäb's kein Loch im Fasse, da tränk' ich gar nicht draus. :]

5. Das war 'ne rechte Freude, als mich der Herrgott schuf, [: ein Kerl wie Samt und Seide, nur schade, daß er suff. :]

Ein treues Herz voll Liebeslust

1. Ein treues Herz voll Liebeslust, an Liedern reich und Sangeslust wie schlägt’s so heiß unter kühlem Flaus. [: Singsang und Klingklang, es zog ein Bursch hinaus. :]

2. Und wo ein Herz voll Liebe heiß, der Bursch es gleich zu finden weiß! sein Herz ist groß, ein weites Haus!

3. Ihr alten Straßen grad und krumm, ich zieh nicht mehr in euch herum, nicht tönt mein Lied in Saus und Braus.

4. Und kommt der letzte Augenblick, ich hab geliebt, das war mein Glück. Nun ist es aus mit Saus und Braus.

5. Feinsliebchen, scheide ich von hier, dies letzte Liedlein sing ich dir; leb’ wohl und denk im stillen Haus an [: Singsang und Klingklang, es zog ein Bursch hinaus.:]

Es kann ja nicht immer so bleiben

1. Es kann ja nicht immer so bleiben hier unter dem wechselnden Mond, - es blüht eine Zeit und verwelket, [: was mit uns die Erde bewohnt. :]

2. Es haben viel fröhliche Menschen vor uns gelebt und gelacht; den Ruhenden unter dem Rasen [: sei freundlich ein Becher gebracht. :]

3. Es werden viel fröhliche Menschen lang nach uns des Lebens sich freu’n, uns Ruhenden unter dem Rasen [: den Becher der Fröhlichkeit weih’n. :]

4. Wir sitzen so fröhlich beisammen und haben uns alle so lieb, wir heitern einander das Leben, [: ach, wenn es nur immer so blieb’! :]

5. Doch weil ich nicht immer kann bleiben, so haltet die Freude recht fest! Wer weiß denn, wie bald uns zerstreuet [: das Schicksal nach Ost und nach West. :]

6. Und sind wir auch fern voneinander, so bleiben die Herzen sich nah’, und alle, ja alle wird’s freuen, [: wenn einem was gutes geschah. :]

7. Und kommen wir wieder zusammen auf wechselnder Lebensbahn, so knüpfen ans fröhliche Ende [: den fröhlichen Anfang wir an, :]

Es rauscht in den Schachtelhalmen

1. Es rauscht in den Schachtelhalmen, verdächtig leuchtet das Meer, [: da schwimmt mit Tränen im Auge ein Ichthyosaurus daher. :]

2. Ihn jammert der Zeiten Verderbnis, denn ein sehr bedenklicher Ton [: war neuerlich eingerissen in der Lias- Formation. :]

3. "Der Plesiosaurus, der alte, er jubelt in Saus und Braus, [: der Pterodaktylus selber flog neulich betrunken nach Haus." :]

4. "Der Iguandon, der Lümmel, wird frecher zu jeglicher Frist, [: schon hat er am hellen Tage die Ichthyosaura geküßt." :]

5. "Mir ahnt eine Weltkatastrophe, so kann es ja länger nicht geh'n! [:Was soll aus dem Lias noch werden, wenn solche Dinge gescheh'n? :]

6. So klagte der Ichthyosaurus, da ward es ihm kreidig zumut; [:sein letzter Seufzer verhallte im Qualmen und Zischen der Flut. :]

7. Es starb zu derselbigen Stunde die ganze Saurierei, [: sie kamen zu tief in die Kreide, da war es natürlich vorbei. :]

8. Und der uns hat gesungen dies petrefaktische Lied, [: der fand's als fossiles Albumblatt auf einem Koprolith. :]

Es waren mal drei Gesellen

1. Es waren mal drei Gesellen, -sellen, die täten sich war erzählen, zählen. [: sie hielten unter sich wohl einen weisen Rat, wer unter ihnen wohl das schönste Mädchen hat. :]

2. Da war auch einer drunter, drunter, und nichts verschweigen kunnt er, kunnt er, [: dem hatt’ auf diese Nach sein Mägdlein zugesagt, daß er bei ihr sollt sein vom Abend bis zur Nacht. :]

3. Des Morgens um halb viere, viere, klopft er an ihre Türe, Türe, [: Er klopft ganz leise an mit seinem Siegelring: "Schläfst oder wachest du, herzallerliebstes Kind?" :]

4. "Mag schlafen oder wachen, wachen, ich tu dir nicht aufmachen, machen, [: Geh’ du nur immer hin, wo du gewesen hast, und binde deinen Gaul an einen dürren Ast!" :]

5. Wo soll ich den hinreiten, -reiten? Es schlafen alle Leuten, Leuten, [: es schlafen alle Leut’, Vieh, Menschen Weib und Kind, es regnet und es schneit und weht ein kühler Wind." :]

6. "Du tust mich gar nicht rühren, rühren, daß die das tut passieren, -sieren, /. denn wer ein Mägdlein hat und sagt es jedermann, der klopft dann auch, wie du, wohl oft vergebens an." :]

7. Da sprachen die Herr’n Hausknechte, -knechte, dem Kerl geschieht ganz rechte, rechte, [: hätt’ er geschwiegen still und’s Maul gehalten fein, dann wär’ er heute Nacht beim schönsten Mägdelein. :]

Es zog ein Regiment

1. [: Es zog ein Regiment vom Ungarland herauf, :] [: ein Regiment zu Fuß, ein Regiment zu Pferd, ein Bataillon Soldaten. :]

2. [: Bei einer Frau Wirtin, da kehrten sie ein, :] [: da kehrten sie ein, bei Bier und bei Wein; ein schwarzbraunes Mädel schenkte ein. :]

3. [: "Ach, schwarzbraunes Mädel, warum weinest du so sehr ?" :] [: "Ein junger Offizier aus dem Regimente vier hat mir die Ehr' genommen." :]

4. [: Der Hauptmann war ein gar strenger, strenger Mann, :] [: er ließ die Trommel rühren, Soldaten aufmarschieren, den Leutnant ließ er hängen. :]

Freunde, trinkt in vollen Zügen

1. Freunde, trinkt in vollen Zügen musenstädt’schen Gerstensaft, allen Ganzen zu genügen, wächst uns wieder Riesenkraft. Nimmer weichen wir im Streite, stehen uns als Helfer da [: leichtbeschwingte, kampfbereite Aura academica! :]

2. All’ zerstreut in unsern Landen waren wir zur Ferienzeit, jener stak in Bücherbanden, dieser trat die Straße breit. Laufkur, Luftkur, Bäder, Wässer, Sommer spritzen fern und nah [: stärkten wohl, doch stärkte besser Aura academica! :]

3. Aura ist kein Moschusdüftchen, wie’s der Schwung im Sacktuch trägt; ist kein säuselnd Zephirlüftchen, das sich kosend um dich legt. Aura ist ein Wirbelwehen, froh’sten Treibens anima [: drin sich Geist und Jugend drehen, Aura academica! :]

4. Luft und Licht, des Lebens Sonne, wirft sich keck durch ‘s Drahtgestell auf den schwarzen Weisheitsbronnen jüngt am Brett der Wissensquell. Strömt der Boden Zaubersäfte, stehen Geister helfend da? [: Eine nur leiht Wunderkräfte: Aura academica!:]

5. Der Philister läßt sich tragen in der Musenstadt Bereich, und ein Zauber sonder Sagen strahlt von Mädchen liebebleich. Küßtest du der Jungfrau Wangen, daß ein Wandel hier geschah [: daß sie liebesglühend prangen, Aura academica! :]

6. Freunde trinkt in vollen Zügen musenstädt’schen Gerstensaft, den ein gottgesandtes Fügen gibt uns heute Wunderkraft: Jugendfrohsinn, Wissensstreben, schönste Minne tritt und nah [: alles nur durch dich gegeben, Aura academica! :]

Füchse, heraus

1. Füchse, heraus! Schalle es froh in die Welt hinaus! Froher Füchse heitrer Sang, voller Becher heller Klang, schalle immer fort und fort, Füchse heraus, sei unser Hort! Füchse, heraus!

2. Füchse, heraus! Schalle es froh in die Welt hinaus! Trinkt vom edlen Gerstensaft, er erzeugt uns Mut und Kraft, hebt die jugendliche Brust, gibt uns Freude, gibt uns Lust! Füchse, heraus!

3. Füchse heraus! Schalle es froh in die Welt hinaus! Wenn des Mondes Silberschein grüßt vom Firmament herein, dann der Fuchs die Stadt durchzieht, singt dem Liebchen noch ein Lied! Füchse, heraus!

Gestern saß ich still beim Wein

1. Gestern saß ich still beim Wein voller Mißvergnügen; war wohl mit dem falschen Bein aus dem Bett gestiegen. Da erklangen vor dem Tor Jugendstimmen leise, und in mein geschärftes Ohr drang die Burschenweise: Gaudeamus igitur, iuvenes dum sumus; post iucundam iuventutem, post molestam senctutem nos habebit humus.

2. Zog herein ein lustiger Schwarm, Arm in Arm, die Freunde; Aug’ so hell und Herz so warm, just zum Trotz der Feinde. Junges Blut mit flaum'gem Bart, Burschen, schlank wie Kerzen, auf der Wang' Begeist’rungsglut, echte Lieb’ im Herzen. Vivat academia, vivant professores, vivat membrum quodlibet, vivant membra quaelibet, semper sint in flore!

3. Näher kommt's mit Hall und Schall. Hinter Blumentöpfen wird's lebendig überall von bezopften Köpfen. Ob der Kaffee auch verbrennt und die teure Sahne; von dem Herd zum Fenster rennt Tochter, Mutter, Ahne. Vivant omnes virgines faciles, formosae, vivant et mulieres, tenerae, amabiles, bonae, laboriosae.

4. Als die alte Stadt entlang zog der helle Haufen, fühlt ich über meine Wang' heiß ein Tränlein laufen. Als ich's mit dem Finger schnell aus dem Bart gerieben, ist ein Haar mir silberhell in der Hand geblieben. Vita nostra brevis est, brevi finietur, venit mors velociter, rapit nos atrociter, nemini parcetur.

5. Alte Burschenherrlichkeit! bist du gleich entschwunden, schlug mir auch im Lauf der Zeit Frau Fortuna Wunden, Burschenmut ich nicht verlor mit der Burschenmütze, und dem Schicksal nach vor biet' ich keck die Spitze. Pereat tristitia, pereant osores, pereat diabolus, quivis antiburschius, atque irrisores!

Gold und Silber lieb’ ich sehr

1. Gold und Silber lieb' ich sehr, kann's auch gut gebrauchen, hätt' ich nur ein ganzes Meer, mich hineinzutauchen, 's braucht nicht grad' geprägt zu sein, hab's auch so ganz gerne, [: sei's des Mondes Silberschein, sei's das Gold der Sterne. :]

2. Doch viel schöner ist das Gold, das vom Lockenköpfchen meines Liebchens niederrollt in zwei blonden Zöpfchen. Darum, du, mein liebes Kind, laß uns herzen, küssen, [: bis die Locken silbern sind und wir scheiden müssen. :]

3. Holdes Liebchen, trag' nicht Leid, blicke nicht so trübe, weil du nicht die einz'ge Maid, die ich herzlich liebe! Schau', Studenten machen's so, lieben mehr als eine, [: bin ich nicht mehr Studio, lieb' ich dich alleine. :]

4. Gräm' dich nicht den ganzen Tag, daß wir gerne trinken, daß ich dich nicht küssen mag, wenn die Becher winken. Schau', Studenten sind halt so, lieben Bier und Weine, [: bin ich nicht mehr Studio, lieb' ich dich alleine. :]

5. Wer nur eine einz'ge küßt bis zur Jahreswende und die andern schüchtern grüßt, der ist kein Studente. Wer noch nie bekneipet war, der hat nie studieret, [: wär' er auch so manches Jahr ins Kolleg marschieret. :]

6. Sehr, wie blinkt der goldne Wein hier in meinem Becher; horcht, wie klingt so silberrein froher Sang der Zecher! Daß die Zeit einst golden war, will ich nicht bestreiten, [: denk' ich doch im Silberhaar gern vergang'ner Zeiten. :]

7. Meine Mutti hat gesagt: "Heut' um halber neune, Lausbua, wannst net hoamgeh’ tuast, laß i di net eine!" Und was meine Mutti sagt, halt ich stets in Ehren, [: oba hoamgeh' tua i net, mag' sie noch so plärren! :]

8. Meine Mutti hat gesagt: "Einen Kuß in Ehren, soll man einem Studio niemals mehr verwehren!" Und was meine Mutti sagt, will ich treulich halten, [: trieben's doch in früh'rer Zeit ärger noch die Alten. :]

9. Will es einstens das Geschick, daß ich Pfarrer werde, und ich wende meinen Blick von der falschen Erde; bet' ich einstens das Brevier und das Paternoster, [: dann geh' du aus Lieb' zu mir in das gleiche Kloster. :]

10 Wenn das Küssen Sünde wär', hätt's nicht Gott erschaffen, wenn es ein Verbrechen wär', täten's nicht die Pfaffen. Wenn's gesundheitsschädlich wär', würden's Ärzte meiden, [: wenn's den Mädchen wehe tät', würden sie's nicht leiden.:]

nach dem Fußballturnier...

Doch viel schöner ist das Gold, das heut' wurd' vergeben, denn der Ball, der ist gerollt, selten nur daneben. Wer als Sieger ging hervor, der soll sich nicht zieren, [: die ...... (Verbindungsname) schoß die Tor', wir woll'n ihr gratulieren. :]

Hei, wir sind die Künstlerscharen

1. Hei, wir sind die Künstlerschar! Flotte, lustige Gestalten, mit gedankenschwangerm Haar, predigen auch weise Alten, Alten: "Laßt sie laufen, denn sie saufen! Musikanten und Schnurranten sind des Teufels Leibtrabanten !"

2. Lacht uns auch kein bares Geld, uns kann's nie am Lachen fehlen! Wir sind Könige der Welt, lehren auch Philisterseelen: "Laßt sie laufen..." usw.

3. Herrscher in den Himmelshöh'n, wohnen in des Daches Kammern, wo die Engel barfuß geh'n und die Kater fleißig jammern: "Laßt sie laufen..." usw.

4. Junge, hübsche Mägdelein sind uns blanke Augenweide! Künstlerherz ist nie von Stein, reden auch die blassen Neide: "Laßt sie laufen..." usw.

5. Wirtin, schenk die Gläser voll! Fecit - facit! - Lust'ge Brüder! Soll und Haben! - Haben - Soll! immer feste Schwamm darüber! Laßt sie laufen... usw.

Horch, was kommt von draußen rein

1. Horch, was kommt von draußen ‘rein? Hollahi, hollaho! Wird wohl nicht Feinsliebchen sein; hollahihaho! Geht vorbei und schaut nicht ‘rein, hollahi, hollaha! Wird’s wohl nicht gewesen sein! Hollahihaho!

2. Leute haben’s oft gesagt, hollahi, hollaho! daß ich ein Feinsliebchen hab’, hollahihaho! Laß’ sie reden, schweig fein still, hollahi, hollaho! kann ja lieben, wenn ich will, hollahihaho!

3. Leute sagt’s mir ganz gewiß, hollahi, hollaho! was das für ein Lieben ist, hollahihaho! Die man will, die kriegt man nicht, hollahi, hollaho! und ‘ne andere mag ich nicht, hollahihaho!

4. Wenn mein Liebchen Hochzeit hat, hollahi, hollaho! ist für mich ein Trauertag, hollahihaho! Geh’ dann in mein Kämmerlein, hollahi, hollaho! trage meinen Schmerz allein, hollahihaho!

5. Wenn ich einst gestorben bin, hollahi, hollaho! trägt man mich zum Friedhof hin, hollahihaho! Setzt mir einen Leichenstein, hollahi, hollaho! Rosen und Vergißnichtmein, hollahihaho!
 
 

Ich armes welsches Teufli

Ich armes welsches Teufli bin müde vom Marschieren, bin müde, bin müde vom Marschier’n. Ich hab’ verlor’n mein Pfeifli aus meinem Mantelsack, -sack, aus meinem Mantelsack. Schad’t nichts, ich hab’s gefunden, was du verloren hast, hast, was du verloren hast.

Ich gehe meinen Schlendrian

1. Ich gehe meinen Schlendrian und trinke meinen Wein, und wenn ich nicht bezahlen kann, dann ist die Sorge mein. Ja, schlüg’ ich auch dies Glas in hunderttausend Trümmer, [: so hat sich doch kein Mensch, kein Mensch darum zu kümmern. :]

2. Ich gehe meinen Schlendrian, zieh’ an, was mir gefällt; und wenn ich’s nicht mehr tragen kann, so mach ich es zu Geld. Und sollte auch mein Hemd durch tausend Löcher schimmern, [: so hat sich doch kein Mensch, kein Mensch darum zu kümmern. :]

3. Ich gehe meinen Schlendrian, solang ich Fuchs noch bin; und wenn ich auch nichts lernen kann, ist doch vergnügt mein Sinn. Ja sollte ich dereinst auch durch die Prüfung wimmern, [: so hat sich doch kein Mensch, kein Mensch darum zu kümmern. :]

4. Ich gehe meinen Schlendrian und trink das Maßglas aus, und wenn ich nicht mehr gehen kann, so trägt man mich nach Haus. Und sollte auch die Welt vor meinen Augen flimmen, [: so hat sich doch kein Mensch, kein Mensch darum zu kümmern. :]

5. Ich gehe meinen Schlendrian bis an mein kühles Grab, und schlägt mir auch der Sensenmann den letzten Segen ab. Ja, sollt’ ich auch dereinst noch in der Hölle wimmern, [: so hat sich doch kein Mensch, kein Mensch darum zu kümmern. :]

Ich sitz so gern in der Schenke

1. Ich sitz so gern in der Schenke bei lustiger Tafelrund, da sitz ich gern und trinke, so manche frohe Stund! Und wenn der Wein im Becher glüht, dann sing ich dieses alte Lied: Ich sitz’ so gern beim Humpen, da wird das Herz mir weit - [: und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut. :]

2. Ich liebte einst ein Mädchen, das schwur mir Lieb und Treu. Sie ging in Samt und Seide, ich schlief auf Stroh und Heu. Was liegt daran, sie ist ja reich, wenn ich auch elend bin und bleich. Drum sitz ich gern beim Humpen, da wird das Herz mir weit - [: und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut. :]

3. Ein Freund war mir zu eigen, wir teilten Glück und Harm, er ward ein feiner Herre, ich blieb mein Lebtag arm. Und wenn ich nun vorübergeh’, schaut er zur Seit’, das tut mir weh. Drum sitz ich gern beim Humpen, da wird das Herz mir weit - [: und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut. :]

4. Ich träumt in Burschentagen von meines Volkes Ehr’. Mein Volk, das ward geschlagen in Ketten in Ketten tief und schwer. Mein liebes teures Vaterland, wie drückt mich deine Not und Schand. Drum sitz ich gern beim Humpen, da wird das Herz mir weit - [: und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut. :]

5. Sitz ich nun in der Schenke, da träum ich manche Stund: Da gibt mein Mädel wieder zum Kuß mir ihren Mund, da reicht der Freund mir seine Hand, und frei dünkt mich das Vaterland. Drum sitz ich gern beim Humpen, da wird das Herz mir weit - [: und einen alten Lumpen, so nennen mich die Leut. :]

Ich schieß’ den Hirsch im wilden Forst

1. Ich schieß' den Hirsch im wilden Forst, im tiefen Wald das Reh, den Adler auf der Klippe Horst, die Ente auf dem See; ein Ort, der Schutz gewähren kann, wo meine Büchse zielt, [: und dennoch hab' ich harter Mann die Liebe auch gefühlt. :]

2. Kampiere oft zur Winterszeit in Sturm und Wetternacht, hab' überreift und überschneit den Stein zum Bett gemacht; auf Dornen schlief ich wie auf Flaum, vom Nordwind unberührt, [: und dennoch hat die harte Brust die Liebe auch gespürt. :]

3. Der wilde Falk' ist mein Gesell', der Wolf mein Kampfgespan; der Tag geht mir mit Hundsgebell, die Nacht mit Hussa an. Ein Tannreis schmückt statt Blumenzier den schweißbedeckten Hut, [: und dennoch schlug die Liebe mir ins wilde Jägerblut. :]

4. Ich sah den Freund dahingestreckt vom wilden Keilerszahn; ich hab’ ihn in die Gruft gelegt, doch keine Träne rann. Und weiter ging’s mit Hussa dann das wilde Tal hinab, [:und dennoch weint’ ich harter Mann an meines Liebchens Grab. :]

5. O rauscht, ihr Bäume, über mit, der Sturm ist meine Lust! Er stillte oft das tiefe Weh in der erregten Brust. Er hat so oft den herben Schmerz im Innern mir gedämpft, [:vergebens hat das arme Herz die Liebe auch bekämpft. :]

6. Und wenn ich einst gestorben bin und lieg' im schwarzen Schrein, als braver Bursch, wie ich gelebt, will ich begraben sein. Dann setzt mir auf mein Cerevis, den Schläger in die Hand, [: und schlingt mir um die kalte Brust mein blau-weiß-gold'nes Band! :]

7. Und geht es dann zum Friedhof hin, begleit’ ihr mich im Schritt, dann nehmt jenen mit, der ehrlich denkt, nehmt auch den Priester mit; und ohne falsches Gaukelspiel tragt mich hinauf zur Höh', [: damit ich mit gebroch'nem Aug', mein schönes Öst'rreich seh'! :]

Ihr Brüder, wenn ich nicht mehr trinke

1. Ihr Brüder, wenn ich nicht mehr trinke, und, matt von Gicht und Podagra, hin auf das Krankenlager sinke, so glaubt, es sei mein Ende nah. Sterb’ ich nun heute oder morgen, so ist mein Testament gemacht, [: für das Begräbnis müßt ihr sorgen, doch ohne Glanz und ohne Pracht. :]

2. Beim Sarge laßt es nur bewenden, legt mich nur in ein rhein’sches Faß, statt der Zitrone in den Händen reicht mir ein volles Deckelglas! - Im Keller sollt ihr mich begraben, wo ich so manches Faß geleert, [: den Kopf muß ich beim Zapfen haben, die Füße an die Wand gekehrt. :]

3. Und wollt ihr mich zum Grab geleiten, so folget alle, Mann für Mann: um Gotteswillen laßt das Läuten, stoßt wacker mit den Gläsern an! - Auf meinen Grabstein setzt die Worte: Er ward geboren, wuchs und trank, - [: jetzt ruht er hier an diesem Orte, wo er gezecht sein Leben lang. :]

Ich nehm mein Gläschen in die Hand

1. Ich nehm mein Gläschen in die Hand, vive la compagneia, und fahr damit ins Unterland, vive la compagneia. [: Vive la :], vive la la, [:vive la :], hopsassa, vive la compagneia.

2. Ich hol' mein Gläschen wieder hervor, vive la compagneia, und halt's ans recht' und linke Ohr, vive la compagneia. [: Vive la :], vive la la, [:vive la :], hopsassa, vive la compagneia.

3. Ich setz' mein Gläschen an den Mund, vive la compagneia, und leer es aus bis auf den Grund, vive la compagneia. [: Vive la :], vive la la, [:vive la :], hopsassa, vive la compagneia.

4. Dem Gläschen ist sein Recht gescheh'n, vive la compagneia, was oben ist, muß unten steh'n, vive la compagneia. [: Vive la :], vive la la, [:vive la :], hopsassa, vive la compagneia.

5. Das Gläschen, das muß wandern, vive la compagneia, von einem Freund zum andern, vive la compagneia. [: Vive la :], vive la la, [:vive la :], hopsassa, vive la compagneia.

Ich war Brandfuchs noch an Jahren (neuer Text)

1. Ich war ein Brandfuchs noch an Jahren, zwei Semester zählt ich nur, und ich hab' viel Lust erfahren, zählte schöne Stunden nur. Liedersang und Becherklingen, immer glücklich nur und froh. [: Brüder, das war sorglos Singen: Ewig dulci jubilo. :]

2. Schönheit, Frohsinn durft' ich kosten, trinken edlen, goldnen Wein. Gab kein Rasten und kein Rosten und die ganze Welt war mein. Nach der Arbeit sauren Stunden jubelte mein Inn'res nur, [: was ich immer hab' empfunden: Gaudeamus igitur. :]

3. Und so soll es fürder bleiben, wenn auch Nacht und Stürme droh'n; mag's das Leben noch so treiben - ein fideler Musensohn. Und kommt einst das bitt're Ende, ist der Knochenmann dann da: [: Lächelnd reich' ich ihm die Hände, pereat tristitia!:]

Ich war Brandfuchs noch an Jahren (alter Text)

1. Ich war Brandfuchs noch an Jahren, zwei Semester zählt’ ich nur, und ich dachte nicht ans Sparen, folgte meiner Brüder Spur. Bacchus gab uns fette Weide, er bediente unser’n Bund, [: alles nahm ich auf die Kreide und war immer auf dem Hund. :]

2. Wo drei Tische einsam stehen, trank ich manchen Rausch mir an, heimwärt konnt’ ich kaum mehr gehen, taumeld nahm ich meine Bahn. War Kommers, ertönten Lieder aus des Branders voller Brust, [: dann erst trank ich alles nieder in bacchantisch wilder Lust. :]

3. Auf den weinumlaubten Höhen hab’ ich oftmals auch gehockt. Manches As mußt’ mir entgehen, mancher Zehner ward entlockt. Zwar die Mädchen sind mir lieber, doch ich scheute die Gefahr; [: denn schon mancher klagte drüber, daß er allzu glücklich war. :]

4. Ob ich auch Kollegia schwänzte, fehlt’ ich im Kommershaus nie, ob ich maches Glas kredenzte, manchen Schoppen wieder spie. Brüder ehrt das Burschenleben, Brüder s’ist so eng bekränzt, [: darum laßt die Lehr’ euch geben: liebet weiter, sauft und schwänzt. :]

Im Krug zum grünen Kranze

1. Im Krug zum grünen Kranze, da kehrt’ ich durstig ein; [: da saß ein Wand’rer drinnen, ja drinnen, am Tisch beim kühlen Wein. :]

2. Ein Glas ward eingegossen, das wurde nimmer leer; [: sein Haupt ruht auf dem Bündel, ja Bündel, als wär’s ihm viel zu schwer. :]

3. Ich tät mich zu ihm setzen, ich sah im ins Gesicht, [: das schien mir gar befreundet, befreundet, und dennoch kannt’ ich’s nicht. :]

4. Da sah auch mir ins Auge der fremde Wandersmann [: und füllte meinen Becher, ja Becher, und sah mich wieder an. :]

5. Hei was die Becher klangen, wie brannte Hand in Hand: [: "Es lebe die Liebste deine, ja deine, Herzbruder, im Vaterland!" :]

Im kühlen Keller sitz ich hier

1. Im kühlen Keller sitz ich hier auf einem Faß voll Reben, bin frohen Mut's und lasse mir vom Allerbesten geben. Der Küfer zieht den Heber voll, gehorsam meinem Winke, füllt mir das las, ich halt's empor und trinke, trinke, trinke.

2. Mich plagt ein Dämon, Durst genannt, und um ihn zu verscheuchen, nehm’ ich mein Deckelglas zur Hand und lass' mir Rheinwein reichen. Die ganze Welt erscheint mir nun in rosaroter Schminke; ich könnte keinem Leides tun, ich trinke, trinke, trinke.

3. Allein mein Durst vermehrt sich nur bei jedem frischen Becher; dies ist die leidige Natur der echten Rheinweinzecher! Doch tröst' ich mich, wenn ich zuletzt vom Faß zu Boden sinke: Ich habe keine Pflicht verletzt, ich trinke, trinke, trinke.

Im schwarzen Walfisch zu Askalon

1. Im schwarzen Walfisch zu Askalon, da trank ein Mann drei Tag', [:bis daß er steif wie ein Besenstiel am Marmortische lag. :]

2. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da sprach der Wirt: "Halt an! [: Der trinkt von meinem Dattelsaft mehr als er zahlen kann." :]

3. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da bracht' der Kellner Schar [: in Keilschrift auf sechs Ziegelstein' dem Gast die Rechnung dar. :]

4. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da sprach der Gast "O weh! [: Mein bares Geld ging alles drauf im Lamm zu Ninive !" :]

5. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da schlug die Uhr halb vier, [: da warf der Hausknecht aus Nubierland den Fremden vor die Tür. :]

6. Im schwarzen Walfisch zu Askalon wird kein Prophet geehrt, [: und wer vergnügt dort leben will, zahlt bar, was er verzehrt. :]

7. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da schlug die Uhr halb neun, [: da kroch der 'nausgeschmiss'ne Gast beim Fenster wieder 'rein. :]

8. Im schwarzen Walfisch zu Askalon da trank er wacker fort, [: und wenn er nicht gestorben wär', tränk' er noch immer dort. :]

In Amstetten angekommen

1. In Amstetten angekommen Fridolin! Als Füchslein aufgenommen, Fridolin, Fridolin! Da geht es an ein flottes Kommersieren, denn studieren darf ein krasser Fuchs noch nicht. Rosabella, Fridolin, Fridolin!

2. Die Schuster und die Schneider, [: Fridolin :] die pumpen uns die Kleider, [: Fridolin. :] Und kommt der Wechsel endlich angeflogen, ach, betrogen ist das arme Volk ja doch. [: Rosabella, Fridolin. :]

3. Und hat man ausstudieret, [: Fridolin. :] Kollegia wohl testieret, [: Fridolin. :] So reist man in die Heimat seiner Lieben, doch geblieben ist des Burschen flotter Sinn. [: Rosabella, Fridolin. :]

In jedem vollen Glase Wein

1. In jedem vollen Glase Wein seh' unten auf dem Grund [: ich deine hellen Äugelein :] [: und deinen süßen Mund. :]

2. Da trink' ich schnell und warte nicht und küsse dich im Wein; [: aufs neu' zu schau'n dein Angesicht, :] [: schenk' schnell ich wieder ein! :]

3. So füll und leer mein Gläschen ich und trinke immerzu. [: Nennt man mich nächtens liederlich, :] [: die Schuld, mein Schatz hast du! :]

In Nußdorf und in Grinzing

1. In Nußdorf und in Grinzing, in Baden und Vöslau, im Kremstal und in Mailberg, in Retz und der Wachau, - dort reift in reicher Fülle grüngoldener herrlicher Wein, [: er kann in allen Landen nicht edler besser sein. :]

2. Und wenn in trauter Laube, in fröhlichem Verein, wir singen und wir trinken vom österreichischen Wein, da steigt das Donauweibchen empor aus der blumigen Au, [: die alten Nibelungen durchziehn den Donaugau. :]

3. Wir reichen uns die Hände und stoßen fröhlich an, da weicht von unsren Herzen gar mancher schwere Wahn. Es leb die alte Treue, die Wahrheit und das recht, [: der Glaube und die Liebe, was gut und schön und echt. :]

4. Und wenn die Zeiten drängen, mein liebes Heimatland, wir wollen nicht verzagen, wir halten wacker stand. Den alten Nibelungen an Treu und Stärke gleich; [:Steig auf zu neuen Ehren, mein altes Österreich. :]

Keinen Tropfen im Becher mehr

1. Keinen Tropfen im Becher mehr und der Beutel schlaff und leer, lechzend Herz und Zunge. Angetan hat mir's dein Wein, deiner Äuglein heller Schein,
[: Lindenwirtin, du junge! :]

2. "Angekreidet wird hier nicht, weil's an Kreide uns gebricht", lacht die Wirtin heiter. "Hast du keinen Heller mehr, gib zum Pfand dein Ränzel her, [: aber trinke weiter!" :]

3. Tauscht der Bursch sein Ränzel ein gegen einen Krug voll Wein, tät' zum Geh'n sich wenden. Spricht die Wirtin: "Junges Blut, hast ja Mantel, Stab und Hut; [: trink und laß dich pfänden!" :]

4. Da vertrank der Wanderknab' Mantel, Hut und Wanderstab, sprach betrübt: "Ich scheide. Fahre wohl, du kühner Trank, Lindenwirtin jung und schlank, [: liebliche Augenweide!" :]

5. Spricht zu ihm das schöne Weib: "Hast ja noch ein Herz im Leib; laß mir's trauter Wand'rer!" Was geschah, ich tu's euch kund: auf der Wirtin rotem Mund [: brannte heiß ein and'rer. :]

6. Der dies neue Lied erdacht, sang's in einer Sommernacht lustig in die Winde. Vor ihm stund ein volles Glas, neben ihm Frau Wirtin saß [: unter der blühenden Linde. :]

Fakultätsstrophen

Theologe:

Auch ein Herr Theologicus bat sie schüchtern um einen Kuß unter der blühenden Linde. Und Frau Wirtin tat es gern, gab ihm einen im Namen des Herrn [: unter der blühenden Linde. :]

Jurist:

Daß sie küßte der Jurist, gar nicht zu verwundern ist, denn es ist nichts Schlechtes: Hängt ja doch das Wort: ius, ius, eng zusammen mit dem Kuß, [: denn er ist was "Rechtes". :]

Mediziner:

a) Und der Mediziner spricht: "Euch, Frau Wirtin, küß ich nicht, wegen der Bazillen. Doch ihr habt ein Töchterlein, weil das ist so nett, so fein, na, um Gottes Willen, riskier' ich die Bazillen."

b) Kam ein and'rer Medikus, bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Sprach Frau Wirtin: "Fahre wohl, denn du stinkst ja nach Karbol" [: unter der blühenden Linde. :]

Zahnarzt:

Und der Zahnarzt gar nicht faul, greift Frau Wirtin in das Maul, unter der blühenden Linde. Denkt, sie braucht ja gewiß nach dem Kuß ein neu' Gebiß [: unter der blühenden Linde. :]

Philosoph:

Und der Philosoph nicht dumm, bat sie um ein osculum, wenn auch nur ein kleines. Doch Frau Wirtin lacht und spricht: "Auf lateinisch küßt man nicht!" [: und sie gab ihm keines. :]

Philologe:

Von der klass'schen Philologei war auch ein Sohn dabei, unter der blühenden Linde. Lehrte einst doch schon Catull, Horaz, Ovid und auch Tibull: [: Küssen ist keine Sünde!:]

Germanist:

Auch ein Germanist errang sich der Wirtin Minnedank; doch er tät' ihr künden, wie in grauer Väterzeit Liebe geendet mit Herzeleid [: durch ein Blatt einer Linden. :]

Pharmazeut:

Und vom vielen Küssen wund ward der Wirtin roter Mund, horae vespertinae. Kam ein Pharmazeut daher und besah sich das Malheur: [: Recipe vaselinae! :]

Techniker:

a) Hört ihr nun den Technikus, seine Meinung über'n Kuß: Küssen gehöret zur Technik. Denn zwei Pole zieh'n sich an, wenn auch nur auf momentan, [: unter der blühenden Linde. :]

b) Kam ein fescher Technikus, bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Doch vor lauter r2p kam er doch zum Küssen nie, [: unter der blühenden Linde.:]

Elektrotechniker:

Auch ein Elektrotechnikus bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Und Frau Wirtin war ihm hold, gab ihm einen von tausend Volt, [: unter der blühenden Linde. :]

Mathematiker:

Und ein Mathematicus bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Aus dem einen wurden zwei, aus den zweien 'ne unendliche Reih', [: unter der blühenden Linde. :]

Physiker:

Horch, da kommt ein Physikus, raubt der Wirtin Kuß auf Kuß, unter der blühenden Linde. Und sie spricht: "Er ist ein Mann, der recht thermisch küssen kann, [: unter der blühenden Linde!" :]

Chemiker:

a) Auch ein junger Chemikus bat Frau Wirtin um einen Kuß, unter der blühenden Linde. Er hat sie zu stark ionisiert, sodaß sie sauer reagiert, [: unter der blühenden Linde. :]

b) Und der Studio der Chemie saß der Wirtin vis-à-vis, von Geburt viel schlauer. Er erhob sein volles Glas, prüft mit Lackmus: Was ist das? - [: Die Reaktion war sauer. :]

Veterinär:

Kam ein Veterinär dazu, führt am Halfter eine kranke Kuh, unter die blühende Linde. Kaum tat er die Wirtin seh'n, ließ er gleich das Rindvieh steh'n, [:unter der blühenden Linde. :]

Agrarier:

Ein Student der Landwirtschaft kam auf seiner Wanderschaft unter die blühende Linde. Hätt' Frau Wirtin gern geküßt, doch er stank so sehr nach Mist, [: daß sie entfloh geschwinde! :]

Welthändler:

Auch ein junger Handelsmann hielt bei der Frau Wirtin an, unter der blühenden Linde. Und bei einem Kruge Wein's wurden sie bald handelseins, [: küßten sich unter der Linde. :]

Hütteningenieur:

Auch so ein rußiger Hüttenmann trug sich um ein Küßchen an, unter der blühenden Linde. Keinem gab sie mehr 'nen Kuß - weil sie sich jetzt waschen muß, [: unter der blühenden Linde. :]

Freiwillige Feuerwehr

Kommt ein Mann der Feuerwehr von einem Einsatz zum Wirtshaus her, und sein Durscht is net zwida. Doch als er die Wirtin sieht, ihm im Herzen ein Funken sprüht, [: und es brennt schon wieder.:]

Gymnasiast

Auch ein junger Gymnasiast, der da seuftzte unter der Last vieler Schualrbeiten, sprach zur Wirtin Töchterlein: "Küsse mich, o Mägdelein, [: aber sag’s nicht weiter!":]

Fuchs

Auch ein junge Füchselein kehrte bei der Frau Wirtin ein einstens mitternächtlich. Und er zeigt’ der Wirtin vor, was er erlernt vom Fuchsmajor, [: und das war beträchtlich! :]

Bursch

Auch ein flotter Bursche fein kehrte bei der Frau Wirtin ein unter der blühenden Linde. Tauschte mit ihr Kuß um Kuß, plötzlich aber rief er "Schluß!", [:denn sonst wär er verdurstet. :]

Philister

Kam auch ein bemoostes Haupt, küßt die Wirtin unerlaubt auf die kalte Schulter. Doch die Wirtin spricht "Mein Sohn, du in deiner Position wirst dir schon das Küssen was kosten lassen müssen.

Fuchsmajor:

Und der hohe Fuchsmajor warnt die Füchse bang davor, in Couleur zu küssen. Wenn es aber niemand sieht, wenn's im Dunkeln stets geschieht, [: kann er's nur begrüßen. :]

MKV

Auch ein Studio des MKV wollte küssen des Wirten Frau unter der blühenden Linde. Kam der Lindenwirt herbei, bracht’ ihm die Prinzipien bei [: mit einer spanischen Rinde. :]

Schlußstrophe:

Als der Lindenwirt es sah, was mit seiner Frau geschah, hielt er es für Sünde. Und der nahm den Wanderstab, prügelte den Wanderknab', [: unter der blühenden Linde.:]

Krambambuli

1. Krambambuli, das ist der Titel des Trank's, der sich bei uns bewährt; er ist ein ganz probates Mittel, wenn uns was Böses widerfährt. [: Des Abends spät, des Morgens früh trink` ich mein Glas Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

2. Hielt' Jupiter in seinem Reiche noch jetzt ein stattliches Bankett; wenn unter der geweihten Eiche das Göttervolk Redouten hätt', [: es gäbe nach der Symmetrie erst Nektar, dann Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :]

3. O wär' Homerus noch am Leben und Flaccus und Anakreon, wie würden sie dich nicht erheben, du trüg'st den Efeukranz davon! [: Catull schrieb' eine Elegie zum Lobe des Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :]

4. Bin ich im Wirtshaus abgestiegen, gleich einem großen Kavalier, dann lass’ ich Brot und Braten liegen und greife nach dem Pfropfenzieh'r; [: dann bläst der Schwager tantari zu einem Glas Krambambuli, Krambimbam-bambuli, Krambambuli! :]

5. Reißt mich's im Kopf, reißt mich's im Magen, hab' ich zum Essen keine Lust; wenn mich die bösen Schnupfen plagen, hab ich Katarrh auf meiner Brust: [: Was kümmern mich die Medici? Ich trink mein Glas Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

6. Wär' ich zum großen Herrn geboren, wie Kaiser Maximilian, wär' mir ein Orden auserkoren, ich hängte die Devise dran: [: "Toujours fidèle et sans souci, c'est l'ordre du Crambambouli, Crambimbambambuli, Crambambuli! ":]

7. Ist mir mein Wechsel ausgeblieben, hat mich das Spiel labet gemacht, hat mir mein Mädchen nicht geschrieben, ein'n Trauerbrief die Post mir gebracht: [: dann trink' ich aus Melancholie ein volles Glas Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

8. Ach, wenn die lieben Eltern wüßten der Herren Söhne große Not, wie sie so flott verkeilen müßten, sie weinten sich die Äuglein rot! [: Indessen tun die Filii sich bene beim Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :]

9. Doch hat der Bursch kein Geld im Beutel, so pumpt er die Philister an und denkt: es ist doch alles eitel, vom Burschen bis zum Bettelmann;[: denn das ist die Philosophie im Geiste des Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

10. Und fällt der Bursche durchs Examen, so schert er sich den Teufel drum; er reiset doch in Gottes Namen keck in der ganzen Welt herum und denkt: [: Das war verlor'ne Müh! Doch Mut, mir bleibt Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

11. Dich ehren große Herren, Prinzen, bei Tafel zierst du das Dessert, in böhm- und ung'rischen Provinzen hält dich der Adel hoch im Wert. [: Da trinken du, er, wir, ihr, sie, Krambambuli, Krambambuli, Krambimbambambuli, Krambambuli! :]

12. Soll ich für Ehr' und Freiheit fechten, für's Vaterland zum Tode geh'n, so blitzt der Stahl in meiner Rechten, ein Freund wird mir zur Seite steh'n. [: Ich sprech' zu ihm: "Mon cher ami, zuvor ein Glas Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

13. Ihr dauert mich, ihr armen Toren, ihr liebet nicht, ihr trinkt nicht Wein: zu Eseln seid ihr auserkoren, und dorten wollt ihr Engel sein, [: sauft Wasser, wie das liebe Vieh, und meint, es sei Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli ! :]

14. Sollt’ ich dereinst zur Hochzeit schreiten mit einer tugendhaften Braut, so lass' ich kein groß’ Mahl bereiten, wenn mich der Priester angetraut, [: dann geb' ich ohne Zer'monie Kaffee, Bisquit, Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

15. Krambambuli soll mir noch munden, wenn jede andre Freude starb, wenn mich Freund Hein beim Glas gefunden und mir die Seligkeit verdarb: [: ich trink mit ihm in Kompagnie das letzte Glas Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

16. Wer wider uns Krambambulisten sein hämisch Maul zur Mißgunst rümpft, den halten wir für keinen Christen, weil er auf Gottes Gabe schimpft; [: ich gäb' ihm, ob er Zeter schrie, nicht einen Schluck Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

17. Im Elsaß ist es gang und gebe, der Kranke wird manipuliert. Ob ich die Kunst gleich nicht erhebe, durch Streichen wird doch viel kuriert. [ :Ihr Schüler des Cagliostri, bestreichet mit Krambambuli, Krambim-am-bambuli, Krambambuli! :]

18. Wie sehr verschieden sind die Moden in Spanien, Schweiz und Engeland: es machet sich auf deutschem Boden der Adel durch das "von" bekannt, [: in Polen durch die Silbe "li", die hast auch du, Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

19. Weil ich so viel von die geschrieben, von dir gered't, an dich gedacht, bist du mir stets im Sinn geblieben, wenn ich geschlafen und gewacht. [: Nicht wahr? Die alten Practici, sie träumen bei Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

20. Du dienst in allen Fakultäten, in jeder Kunst und Profession, dem Maler, Töpfer und Poeten, dem Musen und dem Martis-Sohn, [: dem Lehrer, der Chiromantie, ja jedermann, Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

21. Wenn ich mich irgendwo verletzet, aus Unvorsichtigkeit verbrannt, gehaut, geschnitten und gequetscht und wie der Schaden sonst genannt: [: ich rufe nicht die Chirurgie, mich heilet der Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

22. Die Traurigkeit kannst du verscheuchen, den Faulen machest du geschwind, die Zankenden kannst du vergleiche, die Zornigen machst du gelind. [: Gestärkt sind die Schwachmatici durch deine Macht, Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

23. Seh' ich wo lust'ge Brüder trinken, erhitzt vom Bier, belebt vom Wein, ich folge niemals ihren Winken. Wer mag in solchem Zirkel sein? [: Allein, ich frag': "Est-il permis?" Find ich sie beim Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

24. In den vortrefflichen Palästen, die Preußens Friedrich sich erbaut, da war der Wirt mit seinen Gästen mit deinen Flaschen auch vertraut. [: Der Philosoph von Sans Souci traktierte mit Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

25. Die Erde dreht sich um die Sonne, wie ich um dich, gefülltes Glas! Denn du versprichst mir viele Wonne, doch auch deswegen tu ich das: [: Die Lehre des Copernici verbreit' ich mit Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

26. Hört! Sinnet auf dergleichen Dinge, die für die Nachwelt wichtig sind! Glück auf, daß euer Fleiß gelinge! Wer ist so weise und er find't [: die Quadraturum circuli? Sucht sie nur beim Krambambuli, Krambim-bam-bambuli, Krambambuli! :]

Lauriger Horatius

1. Lauriger Horatius, quam dixisti verum: Fugit Euro citius tempus edax rerum. Ubi sunt o pocula dulciora melle, rixae, pax et oscula rubentis puellae?

2. Crescit uva molliter et puella crescit, sed poeta turpiter sitiens canescit. Quid iuvat aeternitas nominis, amare nisi terrae filias licet et potare,

Mädele ruck, ruck, ruck

1. [: Mädele, ruck, ruck, ruck an meine grüne Seite, i hab de gar so gern, i kann de leide! :] Bist so lieb und gut, schön wie Milch und Blut, du mußt bei mir bleibe, mußt mir d'Zeit vertreibe; Mädele, ruck, ruck, ruck an meine grüne Seite, i hab de gar so gern, i kann de leide!

2. [: Mädele, guck, guck, guck in meine schwarze Auge, du kannst dei lieblichs Bildle drinne schaue! :] Guck no recht drei nei, du mußt drinne sei, bist drinne z'Haus, kommst au nimme raus. Mädele, guck, guck, guck in meine schwarze Auge, du kannst dei lieblichs Bildle schaue!

3. [: Mädele, du, du, du, du mußt mir den Trauring gebe, denn sonst liegt mir ja nix mehr an mei'm Lebe! :] Wenn i di net krieg, gang i fort in Krieg, wenn i di net hab, ist mir d'Welt e Grab; Mädele, du, du, du, du mußt mir den Trauring gebe, denn sonst liegt mir ja nix mehr an mei'm Lebe!
 
 

Meum, est propositum

1. Meum est propositum in taberna mori, ubi vina proxima morientis ori. Tunc cantabunt laetius angelorum chori: Deus sit propitius isti potatori, isti potatori.

2. Poculis accenditur animi lucerna, cor inbutum nectare volat ad supera. Mihi sapit dulcius vinum de taberna, quam quod aquamiscuit praesulis pincera.

3. Loca vitant publica quidam poetarum et secretas eligunt sedes latebrarum, student, instant, vigilant nec laborant parum, et vix tandem reddere possunt opus clarum.

4. Ieiunant et abstinent poetarum chori, vitant rixas publicas et tumultus fori et, ut opus faciant, quod non possit mori, moriuntur studio subditi labori.

5. Unicuique proprium dat natura munus;ego numquam potui scribere ieiunus, me ieiunum vincere posset puer unus. Sitim et ieiunium odi tamquam funus.

6. Unicuique proprium dat natura donum; ego versus faciens bibo vinum bonum, et quod habent purius dolia cauponum; tale vinum generat copiam sermonum.

7. Mihi numquam spiritus poetriae datur, nisi prius fuerit venter bene satur. Dum in arce cerebri Bacchus dominatur, in me Phoebus irruit et miranda fatur.

8. Tales versus facio, quale vinum bibo, nihil possum facere, nisi sumpto cibo. Nihil valet penitus, quae ieiunus scribo, Nasonem post calices carmine praeibo.

Merkt auf, ich weiß ein neu’ Gedicht

1. Merkt auf, wich weiß ein neu’ Gedicht von einer hohen Schule, und wenn sie nicht am Neckar liegt, so suchet sie in Thule! Dort schwingt den Becher jung und alt, die Knaben Männer Kreise, und tausendstimmig hallt und schallt die alte hehre Weise: "Die Welt ist rund und muß sich dreh’n, was oben war muß unten steh’n. Wein her! Wein her, Wein her, Wein her!"

2. Einst sprach der Rektor kummerschwer: "es will mich fast bedünken, als ob die Herr’, Studenten mehr, als ihnen ziemet, trinken. Laßt’s euere Sorge sein Pedell, daß Maß die Jugend halte!" Da eilte der Gestrenge schnell zur Schenke, wo es schallte:

3. Es rann das große Ausstichfaß im Schank zum goldnen Löwen; der Boden und der Tisch war naß vom edlen Blut der Reben. Der Herr Pedell kam, sah und trank erst Neuen und dann Alten, bis schwer das Haupt ihm niedersank und seine Lippen lallten:

4. Tags drauf der Rektor zürnend sprach: "Auch ihr zählt zu den Toren! Jetzt geht und ruft in mein gemach die Herren Professoren!" "Ihr werten Herr’n, nun steht mir bei, den uns vertrauten Seelen zu legen Suff und Völlerei und das verwünschte Gröhlen:

5. Es saßen bis nach Mitternacht beisammen die Hochweisen, und weil das Sprechen durstig macht, ließ man den Becher kreisen; und als der Herr Pedell sein Ohr genäh’rt der Türe Spalte, fuhr er mit freud’gem Schreck empor, dieweil es drinnen schallte:

6. Es war den Herr’n am nächsten Tag im Kopfe etwas öde. Von Schwelgerei und Zechgelag’ war weiter nicht die Rede. Studenten trinken und Senat seitdem in gleicher Weise, und himmelwärts schallt’s früh und spat aus lust’ger Zecher Kreise:

Mit der Fiedel auf dem Rucken

1. Mit der Fiedel auf dem Rucken, mit dem Kappel in der Hand, zieh'n wir Prager Musikanten durch das weite Christenland. Unser Schutzpatron im Himmel heißt der heil'ge Nepomuk, steht mit seinem Sternenkränzel mitten auf der Prager Bruck. Als ich da hinausgewandert, hab' ich Reverenz gemacht, ein Gebet ihm aus dem Kopfe recht bedächtig dargebracht.

2. 's steht also in keinem Büchel, wie man's auf dem Herzen hat: Wanderschaft mit leerem Beutel und ein Schätzel in der Stadt! Wenn das Mädel singen könnte, wär's gezogen mit hinaus; doch es hat 'ne heis're Kehle, darum ließ ich es zu Haus. Ei, da gab es nasse Augen, 's war mir selbst nicht einerlei, sprach ich: "'s ist ja nicht für ewig, schönstes Nannerl, laß mich frei!"

3. Und ich schlüpft aus ihren Armen, aus der Kammer, aus dem Haus, konnt' nicht wieder rückwärts schauen, bis ich war zur Stadt hinaus. Da hab' ich dies Lied gesungen, hab' die Fiedel 'zu gespielt, bis ich in den Morgenlüften auf der Brust mich leicht gefühlt. Manches Vöglein hat's vernommen, flög' nur ein's an Liebchens Ohr, säng' ihr, wenn sie weinen wollte, dieses frische Liedel vor!

4. Wenn ich aus der Fremde komme, spiel' ich auf aus anderm Ton, abends unter ihrem Fenster, Schätzel, Schätzel, schläfst du schon? Hoch geschwenkt den vollen Beutel, das gibt eine Musika! 's Fenster klirrt, es rauscht der Laden, heilige Cäcilia! All' ihr Prager Musikanten, auf, heraus mit Horn und Baß, spielt den schönsten Hochzeitsreigen, morgen leeren wir ein Faß!

Muß i denn, muß i denn

1. [: Muß i denn, :] zum [: Städtele 'naus, :] und du, mein Schatz, bleibst hier! [: Wenn i komm, :] wenn i [: wiederum komm, :] kehr i ein, mein Schatz, bei dir! Kann i gleich net allweil bei dir sein, han i doch mein Freud an dir; [: wenn i komm, :] wenn i [: wiederum komm, :] kehr i ein, mein Schatz zu dir!

2. [: Wie, du weinst, :] daß i [: wandern muß, :] wie wenn d'Lieb jetzt wär vorbei! [: Sind au drauß :] der [: Mädele viel, :] lieber Schatz, i bleib dir treu. Denk du net, wenn i ein' andre sieh, no sei mein Lieb vorbei; sind au drauß usw.

3. [: Übers Jahr, :] wenn mer [: Träubele schneid't, :] stell i hier mi wiedrum ein,
[: bin i dann :] dein [: Schätzele noch :] so soll die Hochzig sein. Übers Jahr, do ist mein Zeit vorbei, do g'hör i mein und dein; bin i dann usw.

Nach Süden nun sich lenken

1. Nach Süden nun sich lenken die Vöglein allzumal, viel’ Wand’rer lustig schwenken die Hüt’ im Morgenstrahl. Das sind die Herren Studenten, zum Tor hinaus es geht, auf ihren Instrumenten sie blasen zum Valet, zum Valet: Ade in die Lände und Breite, o Prag, wir ziehen in die Weite: et habeat bonam pacem, qui sedet post fornacem!

2. Nachts wir durchs Städtchen schweifen, die Fenster schimmern Weit, am Fenster dreh’n und schleifen viel schön geputzte Leut’. Wir blasen vor den Türen und haben Durst genug, das kommt vom Musizieren, Herr Wirt einen frischen Krug, einen Krug! Und siehe, über ein kleines mit einer Kanne Weines venit ex sua domo beatus ille homo.

3. Nun weht schon durch die Wälder der kalte Boreas, wir streichen durch die Felder, vom Schnee und Regen naß. Der Mantel fliegt im Winde, zerrissen sind die Schuh’ da blasen wir geschwinde und singen noch dazu, noch dazu: Beatus ille homo, qui sedet in sua domo, et sedet post fornacem et habet bonam pacem.

Nun lebe wohl, Pennälerzeit

Melodie: "O alte Burschenherrlichkeit..."

1. Nun lebe wohl, Pennälerzeit, valet muß ich dir sagen! Nun fahre hin mit Lust und Freud' und hunderttausend Plagen! Weiß Gott, ich hab' dich oft geschmäht! - Doch jetzt, wo es zum Scheiden geht, [: will sich mein Herz erweichen, die Trän' ins Auge schleichen. :]

2. So seid zerrissen allzumal, ihr Fesseln und ihr Banden! Nur eine Kette, fest wie Stahl, die werde nie zuschanden! Stoßt an und schwört mit Herz und Hand, wir wollen uns im fernsten Land, [: und noch in späten Jahren, die Freundschaft treu bewahren. :]

3. Ihr Mägdlein, nun am Ende ist das Schwärmen und das Träumen! Ade! in unsern Herzen müßt ihr die Quartiere räumen, damit noch manches hübsche Kind im Burschenherzen Wohnung find'. - [: O jerum, jerum, jerum, o quae mutatio rerum! :]

4. Jetzt, Brüder, länger nicht geträumt von Zeiten, weit entlegen, des Lebens schönster Becher schäumt uns Dürstenden entgegen! - Pennälerlust, Pennälerqual, wir grüßen dich zum letzten Mal [: und wollen dein gedenken, wie uns der Gott mag lenken! :]

O Tannenbau, o Tannenbaum

1. O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, nein auch im Winter, wenn es schneit. O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter!

2. O Mägdelein, o Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte! Du schwurst mir Treu in meinem Glück; nun arm bin ich, gehst du zurück. O Mägdelein, usw.

3. Die Nachtigall, die Nachtigall nahmst du dir zum Exempel! Sie bleibt, solang' der Sommer lacht, im Herbst sie sich von dannen macht. Die Nachtigall, usw.

4. Der Bach im Tal, der Bach im Tal ist deiner Falschheit Spiegel! Er strömt allein, wenn Regen fließt, bei Dürr' er bald den Quell verschließt. Der Bach im Tal, usw.
 
 

O wonnevolle Jugendzeit

1. O wonnevolle Jugendzeit mit Freuden ohne Ende, mit Minnefahrten weit und breit, wo sich die Schönste fände. ich grüße dich, du junges Blut, bin jedem hübschen Weibe gut, [: und doch ist nichts aequalis der filia hospitalis. :]

2. Ich kam als krasser Fuchs hierher und spähte in den Gassen, wo mir ein Bett und Zimmer wär', den langen Leib zu fassen. Fand Sofa nicht, noch Stiefelknecht, und doch war mir die Bude recht, [: denn keine ist aequalis der filia hospitalis. :]

3. Sie ist ein gar zu herzig Kind mit ihren blonden Zöpfen, die Füßchen laufen wie der Wind im Schuh mit Quast und Knöpfen; die Schürze bauscht sich auf der Brust, allwo ich schau' ist eitel Lust, [: und keine ist aequalis der filia hospitalis. :]

4. Im Haus herrscht sie als guter Geist und zeigt's an jedem Ersten: Der einz'ge Schüler war verreist, die Kasse mir am leersten. Da wurd' ihr Wort mir Schutz und Schild und stimmte den Philister mild, [: drum ist auch nichts aequalis der filia hospitalis. :]

5. Vier Mieter hat sie: Der Jurist besucht nur feine Kreise, der Mediziner ist kein Christ, der Theolog - zu weise. - Doch mir, mir, dem Philologus, gab sie in Züchten einen Kuß, [: und keine ist aequalis der filia hospitalis. :]

6. Auf eines hält sie scharfe Acht und läßt nicht mit sich spaßen: wer je der Magd den Hof gemacht, würd' nimmer ihr mehr passen. Zwar das Mamsellchen am Büfett ist höchst pikant und äußerst nett; [: und dennoch nicht aequalis der filia hospitalis. :]

7. Du liebes Mädchen, wüßt' ich doch, was Gott mit uns beschlossen? Ich schanz' mir in den Kopf ein Loch und ochse unverdrossen. Und wärst du mir auch nie beschert, zeitlebens bleibst du hochgeehrt, [: weil keine dir aequalis, dir, filia hospitalis. :]

Prinz Eugenius, der edle Ritter

1. Prinz Eugenius, der edle Ritter, wollt dem Kaiser wiedrum kriegen Stadt und Feste Belgerad. [: er ließ schlagen eine Brucken, daß man kunnt hinüberrucken mit d’Armee wohl für die Stadt. :]

2. Als die Brucken nun war geschlagen, daß man kunnt mit Stuck und Wagen frei passier’n den Donaufluß , [: bei Semlin schlug man das Lager, alle Türken zu verjagen, ihn’n zum Spott und zum Verdruß?. :]

3. Am einundzwanzigsten August soeben kam ein Spion bei Sturm und Regen, schwur’s dem Prinzen und zeigt’s ihm an, [: daß die Türken futragieren, so viel als man kunnt verspüren, an die dreimalhundertausend Mann. :]

4. Als Prinz Eugenius dies vernommen, ließ er gleich zusammenkommen sein General und Feldmarschall. [: er tät sie recht instruieren, wie man sollt’ die Truppen führen und den Feind recht greifen an. :]

5. Bei der Parole tät er befehlen, daß man soll’ die Zwölfe zählen bei der Uhr um Mitternacht, [: da sollt’ all’s zu Pferd aufsitzen, mit dem Feinde zu scharmützen, was zum Streit nur hätte Kraft. :]

6. Alles saß auch gleich zu Pferde, jeder griff nach seinem Schwerte, ganz still ruckt man aus zur Schanz’. [:Die Musketier’ wie auch die Reiter täten alle tapfer streiten: ‘s war fürwahr ein schöner Tanz! :]

7. Ihr Konstabler auf der Schanze, spielet auf zu diesem Tanze mit Kartaunen groß und klein, [: mit den großen, mit den kleinen - auf die Türken, auf die Heiden, daß sie laufen all’ davon. :]

8. Prinz Eugenius wohl auf der Rechten tät als wie ein Löwe fechten, als General und Feldmarschall. [: Prinz Ludewig ritt auf und nieder: "Halt’t euch brav, ihr deutschen Brüder, greift den Feind nur herzhaft an!" :]

9. Prinz Ludewig, der mußt aufgeben seinen Geist und junges Leben, ward getroffen von dem Blei. [: Prinz Eugen war sehr betrübet, weil er ihn so sehr geliebet, ließ in bringen nach Peterwardein. :]

Sitz ich in froher Zecher Kreise

1. Sitz ich in froher Zecher Kreise und nehm’ das volle Glas zur Hand, trink ich nach alter Väterweise, und nippe nicht nur an dem Rand! Die Väter haben’s und gelehrt, wie man die vollen Humpen leert: Denn, die alten Deutschen tranken ja auch, sie wohnten am Ufer des Rheins und lagen auf der Bärenhaut, und tranken immer noch eins. Noch eins, noch eins! Sie wohnten am Ufer des Rheins! Noch eins, noch eins! Und tranken immer noch eins.

2. Wer Bacchus und Gambrinus ehret, der lebt gar löblich in der Welt, dieweil uns die Geschichte lehret, die beiden waren hochgestellt! Der eine wohl ein König war, der andere ein Gott sogar! Und die alten ...

3. So lasset uns die Gläser heben und stimmet fröhlich mit darein, laßt Bacchus und Gambrinus leben, sie sollen hochgepriesen sein. Doch auch der Väter sei gedacht, auch ihnen sie ein Trunk gebracht. Denn die alten ...

s’ gibt kein schöner Leben

1. s’ gibt kein schöner leben als Studentenleben, wie es Bacchus und Gambrinus schuf. In die Kneipe laufen und sein Geld versaufen ist ein hoher, herrlicher Beruf. Ist das Moos entschwunden, wird ein Bär gebunden, immer geht’s in dulci jubilo! Ist kein Geld in Bänken, ist doch Pump in Schenken für den kreuzfidelen Studio.

2. Auch von Lieb’ umgeben ist Studentenleben, und beschützet Venus Cypria. Mädchen, die da lieben und das Küssen üben, waren stets in schwerer Menge da. Aber die da schmachten und platonisch trachten - ach die liebe Unschuld tut nur so; denn recht inwendig brennt es ganz unbändig für den kreufidelen Studio.

3. Vater spricht: "Das Raufen und das Kneipenlaufen nutzt dir zum Examen keinen Deut!" Doch dabei vergißt er, daß er ein Philister und daß jedes Ding hat seine Zeit. Traun! das hieße lästern, schon nach sechs Semestern ein Examen! nein! das geht nicht so! Möchte nie auf Erden etwas anders werden, als ein kreuzfideler Studio.

So pünktlich zur Sekunde

1. So pünktlich zur Sekunde trifft keine Uhr wohl ein, als ich zur Abendstunde beim edlen Gerstenwein. Da trink’ ich lang und passe nicht auf ein Zifferblatt; [: Ich hör’s am leeren Fasse, wieviel’s geschlagen hat. :]

2. Geh’ nachts ich vom Gelage mit frohem Sang nach Haus, so kenn’ ich ohne Frage mich in der Zeit wohl aus. Man kennt’s an meinem Gange, am Gange krumm und grad, [: man kennt’s an meinem Gange, wieviel’s geschlagen hat. :]

3. Seh’ ich ein Haus von weitem, wo ein lieb Mädel träumt, sing’ ich zu allen Zeiten, ein Lied ihm ungesäumt. Und wird’s im Zimmer helle, wär’ es auch noch so spät, [: so weiß auf der Stelle, wieviel’s geschlagen hat. :]

Studio auf einer Reis’

1. Studio auf einer Reis', juchheidi, juchheida, ganz famos zu leben weiß, juchheidi, heida! Immerfort durch dick und dünn schlendert er durchs Dasein hin. Jupheidi, heidi, heida, jupheidi, jupheida, jupheidi, heidi, heida, jupheidi, heida!

2. Hat der Studio auch kein Geld, juchheidi, juchheida, ist er drum nicht schlecht bestellt, juchheidi, juchheida. Denn so manch fideles Haus hilft dem Studio gerne aus. [: Jupheidi, usw. :]

3. Kehr'n wir in ein Wirtshaus ein, trinken wir stets Bier statt Wein. Alle Mädel sind uns hold, denn wir tragen Blau, Weiß, Gold. [: Jupheidi, usw. :]

4. Bayrisch Bier und Leberwurst stillt den Hunger, löscht den Durst, und ein Glas Krambambuli, Donnerwetter Parapluie! [: Jupheidi, usw. :]

5. Und so geht es immerfort, lustig hier und lustig dort. Manches Mädchen sieht uns nach, seufzt dabei ein stilles "Ach!" [: Jupheidi, usw. :]

Trinken sang Anakreon

1. Trinken, sang Anakreon, trinken sang Horaz: darum trink, o Musensohn, denn die Vorwelt tat’s. Trink sechs Räuschen wöchentlich, lehrt dich Hippokrat: Griech’ und Römer mahnen dich, folge weisem Rat: [: Brüder, Brüder, Brüder, auf zur Tat, auf zur Tat, auf zur Tat! :]

2. Trank im grauen Altertum jeder weise Wein, soll’s im Evangelium denn verboten sein ? Trink…

3. Sokrates, der Philosoph, voll Raffinerie, macht Bacchus brav den Hof, wenn Xanthippe schrie. Trink…

4. Wassertrinker Diogen hatt’ zur Wohnung doch eine Tonn’ sich ausersehen, die nach Weine roch. Trink…

5. Archimed der Rechenfürst, trank sechs Seidel Wein, aß dazu drei halbe Würst’ und ein Viertel Schwein. Trink…

Und wenn sich der Schwarm verlaufen hat

1. Und wenn sich der Schwarm verlaufen hat um die mitternächtliche Stunde, dann findet unter den Edleren statt eine würdige Tafelrunde. [: Es sind erhaben ob Raum und Zeit die Ritter von der Gemütlichkeit. :]

2. Und wie der Zapfen vom Fasse springt, so springt der Deckel vom Herzen, und was sich drinnen bewegt, das klingt in lustigen Liedern und Scherzen. [: Es sind dem freien Worte geweiht die Ritter von der Gemütlichkeit. :]

3. Wenn einem trocken die Kehle ward und er durstig lechzt nach dem Nassen, so ist es dieser Ritter Art, daß sie ihn nicht sterben lassen. [: Es sind dem Wohle der Menschen geweiht die Ritter von der Gemütlichkeit. :]

4. Drum lebe hoch das freie Wort, das frisch von den Lippen rinne! Drum lebe, wem nicht die Kehle verdorrt und wer nicht verachtet die Minne! [: Drum leben, erhaben ob Raum und Zeit, die Ritter von der Gemütlichkeit. :]

Vale universitas, Bursa und Taberne

1. Vale universitas, Bursa und Taberne! Blumen dringen durch das Gras und uns lockt die Ferne. Zwar faßt unser fahrend Gut leicht ein winzig Tüchlein, doch was schadt's? Was not uns tut, schafft das Zaubersprüchlein: Sumus de vagantium ordine laudando, petimus viaticum porro properando!

2. Abbas illustrissimus ist in jungen Jahren auch als vagans clericus durch das Land gefahren. Drum winkt er dem Kellner gleich, hört er drauß' uns pochen, denkt der Zeiten säldereich, da er selbst gesprochen: Sumus de vagantium ordine laudando, petimus viaticum porro properando!

3. Seh'n wir im Vorübergeh'n eine Maid im Gärtlein zwischen Gilg und Rosen steh'n, klopfen wir ans Pförtlein. Neigt sie sich verschämt uns zu, fragen, was wir gehren: Einen Kuß, Blauäuglein du! Einen Kuß in Ehren! Sumus de vagantium ordine laudando, petimus viaticum porro properando!

4. Vor dem Pfarrhaus schreckt ein Drack oft uns arme Pilger: "Hebt euch weg, Vagantenpack! Schnöde Weinvertilger!" Doch es winkt des Pfarrherrn Hand hinterm Drachen milde - das Barett zieh'n wir galant vor der bösen Hilde: Sumus de vagantium ordine laudando, petimus viaticum porro properando!

5. Tat ein Schloß auch nie sich auf Feinden, die's berannten, stürmten wir's im Siegeslauf, fröhliche Vaganten. Eine Tageweise hell bläst zum Gruß der Türmer; Herrn und Troß ergibt sich schnell, schallt der Ruf der Stürmer: Sumus de vagantium ordine laudando, petimus viaticum porro properando!

6. Und wenn ab das Glück sich kehrt, uns're Wangen blassen, der die jungen Raben nährt, wird uns nicht verlassen. Steht sein Bild am Straßenrand, traut im Tannenreise, grüßen wir's mit Mund und Hand, und dann fleh'n wir leise: Sumus de vagantium ordine laudando, petimus viaticum porro properando!
 
 

Vom Barette schwankt die Feder

1. Vom Barette schwankt die Feder, wiegt und biegt im Winde sich. Unser Wams von Büffelleder ist zerfetzt von Hieb und Stich. [: Ja Stich und Hieb und ein Lieb muß ein, ja muß ein Landsknecht haben. :]

2. Unsre Linke an dem Schwerte, in der Rechten einen Spieß, kämpfen wir, so weit die Erde, bald für das und bald für dies. [: Ja dies und das, Suff und Fraß muß ein, ja muß ein Landsknecht haben. :]

3. Ruhm und Beute zu gewinnen, zieh'n wir mutig in die Schlacht; einmal müssen wir von hinnen, lustig drum bei Tag und Nacht. [: Bei Nacht und Tag, was er mag, muß ein, ja muß ein Landsknecht haben. :]

4. Landsknechtleben, lustig Leben in der Schenk' bei Tag und Nacht! Sitzt ein fader Kerl daneben, der nicht singt und der nicht lacht. [: Ja schmeißt ich ihn 'raus, reines Haus, muß ein, ja muß ein Landsknecht haben! :]

5. Sollte ich einst liegen bleiben in der blutdurchtränkten Schlacht, sollt ihr mir ein Kreuzlein schreiben über dem tiefen, dunklen Schacht. [: Mit Trommelspiel, Pfeifen viel, sollt ihr, ja sollt ihr mich begraben. :]

Von allen den Mädchen so blink und so blank

1. Von allen den Mädchen so blink und so blank gefällt mir am besten die Lore, von allen den Winkel und Gasen der Stadt gefällt mir der Winkel am Tore. Der Meister, der schmunzelt, als hab’ er Verdacht, als hab’ er Verdacht auf die Lore; sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht und wohnet im Winkel am Tore.

2 Und kommt sie getrippelt das Gäßchen hinab, dann wird mir’s ganz schwül vor den Augen; und hör’ ich von weitem ihr leises klipp Klapp, kein Niet oder Band will mir taugen. Die Damen bei Hofe, so sehr sie sich zieren, sie gleichen doch nicht meiner Lore; sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht und wohnet im Winkel am Tore.

3. Und kommet die liebe Weihnacht heran, und strotzt mir das Geld in der Westen, das Geld, das die Mutter zum Rock mir gesandt, ich geb’s ihr, bei ihr ist’s am besten; und würden mir Schätze vom Teufel gebracht, ich trüge sie alle zur Lore; sie ist mein Gedanke bei Tag und bei Nacht und wohnet im Winkel am Tore.

4. Und kommt nun endlich auch Pfingsten heran, nach Handwerksbrauch müßt’ ich wandern; dann werd’ ich jedoch für mein eigenes Geld hier Bürger und Meister trotz andern. Dann werde ich Meister in dieser Stadt, Frau Meisterin wird meine Lore; dann geht es jucheissa! bei Tag und bei Nacht, doch nicht mehr im Winkel am Tore.

Was die Welt morgen bringt

1. Was die Welt morgen bringt, ob sie wohl Sorgen bringt, Leid oder Freud? Komme, was kommen mag, Sonnenschein Wetterschlag, [: morgen ist auch ein Tag, heute ist heut’! :]

2. Wenn’s dem Geschick gefällt sind wir in alle Welt morgen zerstreut! Drum laßt uns lustig sein! Wirt, roll das Faß herein! [: Mädel schenk ein, schenk ein! Heute ist heut’!:]

3. Ob ihren Rosenmund morgen schön Hildegund anderen beut, darnach ich nimmer frag’, das schafft mir keine Plag’, [: wenn sie mich heut’ nur mag! Heute ist heut’! :]

4. Klinklang, stoßt an und singt! Morgen vielleicht erklingt Sterbegeläut! Wer weiß, ob nicht die Welt morgen in Schutt zerfällt! [: Wenn sie nur heut’ noch hält! Heute ist heut’! :]

Wachau, Wachau, du Träumerin

1. Wachau, Wachau, du Träumerin am blauen Donaustrand, im Bergesgrün so mittendrin gleich einem Märchenland. An deinen Hängen reift so gut, so herrlich süß und fein, in goldig heller Sonnenglut ein edler Tropfen Wein. Heimat, Heimat, bist so lieb, so traut, hab’ wohl selten Schöneres geschaut. grün die Berge und der Himmel blau, Heimat, Heimat, herrliche Wachau.

2. Wohin ich blick’. wohin ich schau, das ganze Tal entlang, Ruinen stolz und altersgrau an jedem Bergeshang. Wenn abends dann geheimnisvoll der Mond vorüberzieht, ertönt so süß, so wundervoll gar manches alte Lied.

3. Hab’ einstens eine Maid gekannt, war lieb und gut zu mir, bin oft gewandert Hand in Hand am Donaustrom mit ihr. Dies alles ist nun längst vorbei, verrauscht das holde Glück, und dennoch denk’ mit frohem Sinn ich gern daran zurück-

Wahre Freundschaft soll nicht wanken

1. Wahre Freundschaft soll nicht wanken, wenn sie gleich entfernet ist; [: lebet fort noch in Gedanken und der Treue nicht vergißt. :]

2. Keine Ader soll mir schlagen, wo ich nicht an dich gedacht; [: ich will für dich Sorge tragen bis zur späten Mitternacht. :]

3. Wenn der Mühlstein traget Reben und daraus fließt kühler Wein, [: wenn der Tod mir nimmt das Leben, hör' ich auf, getreu zu sein. :]

Wenn sich der Abend mild zur Erde senket

1. Wenn sich der Abend mild zur Erde senket, von Hause fort mein Schritt freudig sich lenket; [: im roten Lichterschein ladet mich freundlich ein [: Sanktus Gambrinus! :] :]

2. Dort bei der Freunde fröhlichen Scherzen schwinden die Sorgen, schweigen die Schmerzen; [: wenn dich der Kummer drückt; tief nur ins Glas geblickt! [: Salve Gambrine! :] :]

3. Bei hellem Becherklang fliehen die Stunden, schnell sind bei frohem Sang Leiden entschwunden! [: Weit geht das Herz mir auf zu neuem Lebenslauf [: Salve Gambrine!:] :]

4. Wenn dann die Sterne heimlich erblassen, muß ich die traute Stätte verlassen;
[: wie war's doch heut' so schön! Freunde, auf Wiederseh'n! [: Salve Gambrine! :] :]

Wer reit’t mit zwanzig Rappen ein (Drei Dörfer, I. Teil)

1. Wer reit't mit zwanzig Knappen ein zu Heidelberg im Hirschen? Das ist der Herr von Rodenstein, [: auf Rheinwein will er pirschen. :]

2. Hollahe! Den Hahn ins Faß! schenkt ein! Ich fürcht', die Kehlen rosten; wir woll'n ein Jahr lang lustig sein, [: und sollt's ein Dorf auch kosten. :]

3. Ein Dorf, was ist's? Nur Mist und Rauch! Ich hab ja ihre dreie: "Gersprenz und Pfaffenbeerfurt auch [: und Reichelsheim, das treue. :]"

4. Trompeten klangen mit Schallmein und Pauken um die Wette, zwölf Monden saß der Rodenstein [: beim fürstlichen Bankette. :]

5. Und als er sich nach Jahr und Tag die Rechnung hergewunken, da sprach er: "Blitz und Donnerschlag, [: jetzt ist Gersprenz vertrunken!" :] Gersprenz ist hin, ist hin! Gersprenz ist fort, ist fort, Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort, Gersprenz ist veritrunken, veritrunken!

6. Hollahe! Doch wie man's treibt, so geht's! Was liegt an dem Verluste? Man spricht vom vielen Trinken stets, [: doch nie vom vielen Durste. :] Gesprenz ist hin usw.

Wer reit’t mit sieben Knappen ein (Drei Dörfer, II. Teil)

1. Wer reit't mit sieben Knappen ein zu Heidelberg im Hirschen? Das ist der Herr von Rodenstein, [: auf Rheinwein will er pirschen. :]

2. Hollahe! Den Hahn ins Faß! schenkt ein! Ich fürcht', die Kehlen rosten; wir woll'n ein Jahr lang lustig sein, [: und sollt's ein Dorf auch kosten. :]

3. Ein Dorf, was ist's, ein rußig Loch, ich hab noch ihrer zweie! Ich hab ja Pfaffenbeerfurt noch und Reichelsheim, das treue."

4. Trompeten klangen mit Schallmein, die Pauken täten schweigen; sechs Monden saß der Rodenstein beim süßen Rheinweingeigen.

5. Und als nach halben Jahres Frist der Rechnung ward gewunken, da sprach er: "Hollahe! jetzt ist [: auch Reichelsheim vertrunken!" :] Reichelsheim ist hin! Reichelsheim ist fort, Reichelsheim, der treue, schnapsbrennende Ort, Reichelsheim ist veritrunken!

6. Hollahe? doch wie man's treibt, so geht's! Was liegt an dem Verluste? Man spricht vom vielen Trinken stets, [: doch nie vom großen Durste! :] Reichelsheim ist hin usw.

Wer wankt zu Fuße ganz allein (Drei Dörfer, III. Teil)

1. Wer wankt zu Fuße ganz allein gen Heidelberg zum Hirschen? Das ist der Herr von Rodenstein, [: vorbei ist's mit dem Pirschen. :]

2. "Herr Wirt! Ein Kännlein dünnes Bier und einen Harung im Salze! Ich hab' vom vielen Malvasier [: das Zipperlein im Halse." :]

3. Der schönste, größte Durst der Pfalz muß früh in Ruhstand sinken; das letzte Dorf des Odenwaldes [: kann ich nicht mehr vertrinken! :]

4. Einen Notary ruft herein, der schreib' die Testamenten: Pfaffenbeerfurt soll der Hochschul sein, [: mein Durst den Herrn Studenten! :]

5. Stets bin ich als alter Mann gerührt, seh' ich die wacker'n Jungen, und schlucken sie wie ich, so wird [: dereinstmals doch gesungen: :] Pfaffenbeerfurt ist hin, ist hin, Pfannbeerfurt ist fort ist fort, Pfaffbeerfurt du duftige Mistfinkenhöhl’, Pfaffenbeerfurt, des Odenwald’s Kronjuwel, Pfaffenbeerfurt ist veritrunken, veritrunken!

6. Hollahe! doch wie man's treibt, so geht's! Was liegt an dem Verluste? Man spricht vom vielen Trinken stets, [: doch nie vom vielen Durste! :] Pfaffenbeerfurt ist hin usw.!

Wir lugen hinaus in die sonnige Welt

1. Wir lugen hinaus in die sonnige Welt allzeit mit lachenden Augen; des fahrenden Volke durstigem Schlag mag Frisches und Freies nur taugen. wir wandern und singen, und naht sich das Glück, so packen wir’s hurtig beim kragen, [: und trinken den Wein und küssen die Maid und lassen den Eulen das Klagen. :]

2. Die Schriften der Alten studierten wir gut, sie haben ins schwarze getroffen, Anakreon und Horatius, die größten der Philosophen. Drum, Alter, laß ab von dem scheltenden Tun und denke der Söhne der lieben, [: und denke der Zeit, wo du es voreinst vielleicht noch viel ärger getrieben! :]

3. Ein Weilchen nur währt’s, sind Saus und Braus vom Strudel des Lebens verschlungen; die tobenden Wogen der Jugendlust, die himmelan jauchzend gesprungen. Philister heißt man und alles ist aus; und die einst am tollsten gewettert, [: sind still und stumm, die Lieder vertönt, die Becher der Freude zerschmettert. :]

4. Drum heissa, hallo und dreingehaut! Zum Teufel mit Kummer und Sorgen! Laßt kreisen das Horn, bis der Hahnenschrei verkündet den kommenden Morgen! Zum Trübsalblasen da kommen wir noch, wallt Blondhaar silbern dem Greise: [: Es lebe die selige Jugendzeit, Holdlieb und die launige Weise! :]

Wohlauf, die Luft geht frisch und rein

1. Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt muß rosten; den allersonnigsten Sonnenschein läßt und der Himmel kosten. Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleid der fahrenden Scholaren, ich will zur guten Sommerszeit ins Land der Franken fahren! [:Valleri, vallera, :] ins Land der Franken fahren!

2. Der Wald steh grün, die Jagd geht gut, schwer ist das Korn geraten; sie können auf des Maines Flut die Schiffe kaum verladen. Bald hebt sich auch das Herbsten an, die Kelter harrt des Weines; der Winzer Schutzherr Kilian beschert und etwas Feines. [: Valleri, vallera, :] beschert uns etwas Feines.

3. Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten, hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten. Wie gerne wär’ ich mitgewallt, ihr Pfarr’ wollt’ mich nicht haben! So muß ich seitwärts durch den Wald als räudig Schäflein traben. [: Valleri, vallera, :] als räudig Schäflein traben.

4. Zum heil’gen Veit von Staffelstein komm’ ich emporgestiegen und seh’ die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen: Von Bamberg bis zum Grabfeldgau umrahmen Berg und Hügel die breite stromdurchglänzte Au - ich wollt’. mir wüchsen Flügel. [: valleri, vallera, :] ich wollt’, mir wüchsen Flügel.

5. Einsiedelmann ist nicht zu Haus, dieweil es Zeit zu mähen; ich seh’ ihn an der Halde draus bei einer Schnitt’rin stehen. Verfahr’ner Schüler Stoßgebet heißt: Her, gib uns zu trinken! Doch wer bei schöner Schnitt’rin steh, dem mag man lange winken. [: Valleri, vallera, :] dem mag man lange winken.

6. Einsiedel, das war mißgetan, daß du dich hubst von hinnen! Es liegt, ich seh’s dem Keller an, ein guter Jahrgang drinnen, Hoiho, die Pforten brech’ ich auf und trinke, was ich finde. Du heil’ger Veit von Staffelstein, verzeih’ mir Durst und Sünde! [: Valleri, vallera, :] verzeih’ mir Durst und Sünde.

Wohlauf, noch getrunken

1. Wohlauf, noch getrunken den funkelnden Wein! Ade nun, ihr Lieben, geschieden muß sein! [: Ade nun ihr Berge, du väterlich Haus! Es treibt in die ferne mich mächtig hinaus! :] Hinaus! [: Juvivallera, juvivallera, juvivallerallerallera! :]

2. Die Sonne, sie bleibet am Himmel nicht steh’n, es treibt sie, durch Länder und Meere zu geh’n. [: Die Woge nicht haftet am einsamen Strand, die Stürme, sie brausen mit Macht durch das Land, :] das Land. [: Juvivallera, juvivallera, juvivallerallerallera! :]

3. Mit eilenden Wolken der Vogel dort zieht und singt in der Ferne ein heimatlich Lied. /. So treibt es den Burschen durch Wälder und Feld, zu gleichen der Mutter, der wandernden Welt, :] der Welt. [: Juvivallera, juvivallera, juvivallerallerallera! :]

4. Da grüßen ihn Vögel bekannt überm Meer, sie flogen von Fluren der Heimat hierher; [: da duften die Blumen vertraulich um ihn, sie treiben vom Lande die Lüfte dahin, :] dahin. [: Juvivallera, juvivallera, juvivallerallerallera! :]

5. Die Vögel, die kennen sein väterlich Haus: Die Blumen einst pflanzt’ er der Liebe zum Strauß [: und Liebe, die folgt ihm, sie geht ihm zur Hand: so wird ihm zur Heimat das ferneste Land, :] das Land. [: Juvivallera, juvivallera, juvivallerallerallera! :]

Wohl ist die Welt so groß und weit

1. Wohl ist die Welt so groß und weit und voller Sonnenschein; das allerschönste Stück davon ist doch die Heimat mein! Dort, wo aus schmaler Felsenkluft der Eisack springt heraus, von Sigmundskron der Etsch entlang bis zur Salurnerklaus. [: Heidi, heida, heivallerallara lara! :]

2. Wo König Ortler seine Stirn hoch in die Lüfte reckt bis zu des Haunolds Alpenreich, das tausend Blumen deckt: dort ist mein schönes Heimatland mit seinem schweren Leid, mit seinen stolzen Bergeshöh'n, mit seiner großen Freud'. [: Heidi, usw. :]

3. Im Frühling, wenn's im Tal entlang aus allen Knospen sprießt, wenn auf dem Schlern im Sonnenhang der Winterschnee zerfließt: Da fühl' ein eigen Sehnen ich und halt' es nicht mehr aus, es ruft so laut die Heimat mich, ich wand're froh hinaus. [: Heidi, usw. :]

4. Wenn in der Sommersonnwendnacht das Feuer still verglimmt, weiß jeder, und das Herz ihm lacht: Die Kletterzeit beginnt. Von König Laurins Felsenturm, so stolz und kühn gebaut, hab' wohl von jeder Zinne oft die Heimat ich geschaut.
[: Heidi, usw. :]

5. Dann kommt mit seiner Herrlichkeit der Herbst ins Land herein, und alle Keller füllen sich mit Heimatfeuerwein. Man sitzt beim vollen Glase dann und singt ein frohes Lied, wenn in des Abends Dämmerschein der Rosengarten glüht.[: Heidi, usw. :]

6. Das Jahr vergeht, die Zeit verrinnt, und leise über Nacht deckt's Heimatland in Berg und Tal des Winters weiße Pracht. Zu einem kleinen Hüttlein führt die Spur von meinem Schi, und abends tönt vom Berg ins Tal ganz leis' die Melodie: [: Heidi, usw. :]

7. Drum auf und stoßt die Gläser an, es gilt der Heimat mein: Die Berge hoch, das grüne Tal, mein Mädel und der Wein! Und wenn dann einst, so leid mir's tut, mein Lebenslicht verlischt, freu' ich mich, daß der Himmel auch schön wie die Heimat ist! [: Heidi, usw.:]

Wütend wälzt’ sich einst im Bette

1. Wütend wälzt' sich einst im Bette Kurfürst Friedrich von der Pfalz; gegen alle Etikette brüllte er aus vollem Hals: [: Wie kam gestern ich ins Nest? Bin, scheint's, wieder voll gewest! :]

2. Na, ein wenig schief geladen, grinste drauf der Kammermohr, selbst von Mainz des Bischofs Gnaden kamen mir benebelt vor, [: 's war halt doch ein schönes Fest: Alles wieder voll gewest! :]

3. So? Du findest das zum Lachen? Sklavenseele, lache nur! Künftig werd' ich's anders machen, Hassan, höre meinen Schwur: [: 's letzte Mal, bei Tod und Pest, war es, daß ich voll gewest! :]

4. Will ein christlich Leben führen, ganz mich der Beschauung weih'n; um mein Tun zu kontrollieren, trag ich's in ein Tagbuch ein, [: und ich hoff', daß ihr nicht lest, daß ich wieder voll gewest! :]

5. Als der Kurfürst kam zu sterben, machte er sein Testament, und es fanden seine Erben auch ein Buch in Pergament. Drinnen stand auf jeder Seit': Seid vernünftig, liebe Leut', [: dieses geb' ich zu Attest: Heute wieder voll gewest. :]

6. Hieraus mag nun jeder sehen, was ein guter Vorsatz nützt, und wozu auch widerstehen, wenn der volle Becher blitzt? [: Drum stoßt an! Probatum est: Heute wieder voll gewest! :]