- 19:30 Eröffnung und Einführung durch den Obmann des Vereins
SüdFILMfest Gerhard Steinkellner.
- 19:45 Eröffnung des Festes durch die Kulturstadträtin und
Abgeordnete zum Nationalrat Frau Ulrike Königsberger-Ludwig.
- 20:00 Jerson Jiménez
stellt seine Bilder vor
- 20:30 Lateinamerikanisches Büfett
- 21:30 Frau Maga. Renate Wurm (Das Kino, Salzburg) gibt eine kurze Einführung
über das lateinamerikanische Filmgeschehen.
- 21:45 Bei Einbruch der Dunkelheit wird im Schlosshof der
Eröffnungsfilm «El hijo de la novia» aus Argentinien
open air vorgeführt.
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| Land: | Argentinien |
| Jahr: | 2001 |
| Regie: | Juan José Campanella |
| Drehbuch: | Fernando Castes, Juan José Campanella |
| Kamera: | Daniel Shulman |
| Montage: | Camilo Antolini |
| Ton: | José Luis Diaz Ouzande |
| Musik: | Angel Illaramendi |
| Ausstattung: | Mercedes Alfonsin |
| Kostüme: | Cecilia Monti |
| Produktion: | Polka, Patagonik, Jempsa, Tornasol |
| Länge: | 123 Minuten |
| Originalsprache: | Spanisch |
| Untertitel: | d |
| Auszeichnungen: | |
| Darsteller: | Ricardo Darín (Rafael) |
| | Héctor Alterio (Nino) |
| | Norma Alenandro (Norma) |
| | Eduardo Blanco (Juan Carlos) |
| | Natalie Verbeke (Naty) |
| | Gimena Nóbile (Vicky) |
| | Claudia Fontán |
(Der Sohn der Braut)
Für Rafael Belvedere fließt das Leben irgendwie dahin. Obwohl ihm
etwas Jungenhaftes, Schelmisches anhaftet, findet er keine wirkliche Beziehung
zu den Dingen und Menschen um sich herum. Am liebsten zappt er sich durchs
Fernsehprogramm und will eigentlich nur die Folgen seiner alten
Lieblingssendung aus Kinderzeiten sehen:
ZORRO.
Mit seinen 42 Jahren sieht er seinem Helden allerdings gar nicht ähnlich.
Die Zeiten, in denen er sich mit schwarzem Umhang und Maske als Diego de la
Vega fühlte, sind lange vorbei. Wofür er heute kämpft, hat
nichts Heldenhaftes: Das italienische Restaurant, das er von seinem Vater Nino
samt Inventar und Personal übernommen hat, macht permanent
Schwierigkeiten. Seine Ehe ist gescheitert, für seine Tochter Vicky findet
er viel zu wenig Zeit. Er hat wenig Freunde und seine jugendliche Freundin
hält er emotional auf Distanz. Meistens ereilt ihn ein dringendes
Telefonat aus dem Restaurant, wenn Naty ihn für sich haben möchte.
Nur mit seinem Vater Nino verbindet ihn eine starke Beziehung. Nino Belvedere
erinnert sich gerne an die alten Zeiten und ist voll zärtlicher Liebe
für seine Frau Norma, die an Alzheimer leidet und in einem Pflegeheim
lebt. Rafael jedoch hat die Besuche bei der Mutter auf ein Minimum reduziert.
Ihre Enttäuschung darüber, dass er sein Studium abgebrochen hat, kann
er nicht überwinden. Für seinen Vater aber ist Norma immer noch der
Engel, der sein Leben in ein Paradies verwandelte, und ihr möchte er zum
Geburtstag den einzigen unerfüllten Wunsch verwirklichen, dem er sich
immer verweigert hat: Sie kirchlich zu heiraten. Rafael hält das für
keine gute Idee.
Erst ein Herzinfarkt, mehrere Tage auf der Intensivstation und das unverhoffte
Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Juan Carlos, einem erfolglosen Schauspieler,
der sich mit Statistenrollen begnügen muss, begreift Rafael, dass er sein
Leben in die Hand nehmen und Entscheidungen fällen muss. Dazu gehört
auch die Erkenntnis, dass es ohne Liebe, Familie und Freunde nicht geht, dass
Naty die Frau seines Lebens und sein Vater kein senil romantischer Greis ist.
Nicht nur für Norma wird die Hochzeit der schönste Tag im Leben ...
Juan José Campanella ist eine wunderbare, oft turbulente Komödie
gelungen, deren leise melancholische Zwischentöne uns vom Lachen zu
Tränen der Rührung führen und auch uns bewusst machen, dass wir
nur einmal leben. Dafür gab es 2002 eine Oscar-Nominierung.
© Movienet Film GesMBH
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| Land: | Brasilien |
| Jahr: | 2001 |
| Regie: | Fernando Meirelles |
| Drehbuch: | Renata Melo |
| Kamera: | Lauro Escorel |
| Montage: | Deo Teixeira |
| Ton: | Guilherme Ayrosa, Miriam Biderman |
| Musik: | Andre Abujamra |
| Ausstattung: | Frederico Pinto |
| Kostüme: | Cristina Camargo |
| Produktion: | O2 filmes, São Paulo, Brasil |
| Länge: | 90 Minuten |
| Originalsprache: | Brasilianisch |
| Untertitel: | d/f |
| Darsteller: | Flor Sabatella (Valeri) |
| | Daniel Freire (Christus) |
| | Walter Balsarini (Concierge) |
| | Enrique Blugerman (Maletero) |
| | José Maria Guiterrez |
| | Maria Conception Cesar |
| | Lorenzo Quinteros |
Domésticas, o filme (Domésticas)
In Brasilien gibt es so etwas wie ein unsichtbares zweites Land, jenes der
Domésticas, der Hausangestellten. Sie heißen Cida, Roxanna,
Quitéria oder Raimunda und sind tagaus tagein damit beschäftigt,
anderen den Haushalt zu besorgen und das Haus sauber zu halten. Alle
träumen sie von einer glücklichen Heirat, einem besseren Mann oder
einer Karriere als Mannequin. Domésticas ist nun nicht etwa ein
dokumentarischer Report über Hausangestellte, es ist vielmehr ein
schmissiger Spielfilm voller Witz und Humor, der für einmal ganz einfach
Menschen hinter den Kulissen einer lateinamerikanischen Großstadt zu
Hauptfiguren macht. Es ist eine Komödie mit hervorragenden
Schauspielerinnen, die so echt wirken, dass man mitunter das Gefühl
bekommt, sie alle seien längst wieder in den Küchen am Putzen. Es ist
auch ein Film voll kleiner Hoffnungen aus dem Alltag.
Domésticas ist zunächst ein starkes Stück lateinamerikanischer
Realität. Wer je auf dem Kontinent unterwegs war und dabei privat unterkam,
der kennt sie, die Hausangestellten, die mit unterschiedlichem Geschick den
Haushalt besorgen und häufig auf eine durchaus liebevolle Art fester
Bestandteil einer Familie sind. Sie stammen aus den unteren gesellschaftlichen
Schichten und haben meist mehr Kinder zu ernähren als die Leute, die ihnen
Arbeit geben. Sie mögen nicht immer mit größtem Geschick ans Werk
gehen, aber es wird ihnen vieles verziehen.
Die brasilianische Autorin Renata Melo hat sich intensiv mit den
Domésticas auseinandergesetzt und basierend auf ihren Recherchen ein
Theaterstück geschrieben, das einen immensen Erfolg verzeichnete. Im
Frühjahr 2001 folgte das Kino, und auch hier schafft es Melo, das Leben
hinter den Kulissen auf amüsante und dennoch vielschichtige Art zu
beschreiben. Während die Arbeit Gebenden gar nicht sichtbar werden, sind
wir ganz auf der Seite der Hausangestellten. Ihr Lebensrhythmus prägt den
Film. Ihre Statements, in denen einzelne immer mal wieder aus der Spielhandlung
heraustreten, über Gott und die Welt nachdenken und von ihren Träumen
reden, kommentieren das Geschehen.
Erfrischend, wie das erfahrene Regiepaar Fernando Meirelles und Nando Olival
zwischen so unterschiedlichen Formen wie dem sachlichen Statement und der
aktionsreichen Handlung switcht. Hier ein spielfilmmäßig inszenierter
Überfall im Linienbus mit den Hausangestellten, bei denen es wenig zu
holen gibt, da die Betrachtung, die wie aus einer sorgsam fotografierten
Studie wirken, dann die Musik, die immer wieder rhythmische Akzente setzt und
Domésticas zu einem bewegten Erlebnis macht. Ganz nebenbei erfahren wir
viel über das Leben in und hinter den Kulissen einer lateinamerikanischen
Großstadt. Es ist São Paulo in diesem Fall, doch es könnte
auch Lima, Mexico City oder Buenos Aires sein. Warum? Weil dieser Film über
die Stadt hinaus von grundlegenden Freuden und Ängsten spricht, von
Hoffnungen auch und universellen Gefühlen. Auf alle Fälle
schließen wir sie unverzüglich ins Herz, Cida, Roxanna,
Quitéria, Raimunda, Creo und die anderen. Eine von ihnen wird von der
Autorin Renata Melo selber gespielt. Der Film überzeugt, weil er bei
allem Unterhaltungswert ein hohes Maß an Authentizität behält.
© Walter Ruggle, trigon-film
Hier gibt es noch weitere Hintergrundinformationen
zum Film Domésticas.
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| Land: | Kuba |
| Jahr: | 1964 |
| Regie: | Mikhail Kalatozov |
| Drehbuch: | Enrique Pineda Barnet, Yevgeny Yetushenko |
| Kamera: | Sergei Urusevsky |
| Montage: | N. Glagoleva |
| Ton: | V. Sharun |
| Musik: | Carlos Farinas |
| Produktion: | Produktion ICAIC, Mosfilm |
| Format: | 35 mm |
| Länge: | 141 Minuten |
| Originalsprache: | Spanisch |
| Untertitel: | d/f |
(Ich bin Cuba)
In vier Episoden sang der legendäre russische Regisseur Mikhail Kalatozov,
der mit «Wenn die Kraniche ziehen» Filmgeschichte schrieb, 1964
eine Hymne auf die kubanische Revolution. Während in den ersten beiden
Episoden die soziale Ungerechtigkeit und die Schlechtigkeit der dafür
verantwortlichen Yankees angeprangert werden, feiern die andern beiden Teile
werden Heroismus und die Opferbereitschaft der Revolutionäre.
Ästhetisch steht der Film ganz in der Tradition des großen
sowjetischen Revolutionskinos eines Eisenstein oder Pudowkin.
Kuba ist immer Mal wieder im Gespräch, sei's wegen der fragwürdigen
Politik seines Präsidenten oder der Menschenrechte spottenden
Gefangenenhaltung der USA in Guantanamo. Dieser kaum bekannte Klassiker
lässt uns eine Epoche betrachten, in der von Idealen die Rede war, er
tut dies in Montage und visuell betonter Filmsprache, den klassischen Mitteln
der sowjetischen Filmkunst. Der sowjetrussische Regisseur Mikhail Kalatozov
arbeitete mit einer äußerst kreativen Kamera im fernen Kuba, das schon
von Kolumbus entdeckt und als schönste Insel bezeichnet worden war. Er
spricht zu den Zuschauenden, erzählt von seinem Zucker, seinen Menschen,
seiner Geschichte und von Havanna, das bereits vor 1959 eine moderne
Großstadt war.
Besoffene US-Marines grölen «USA-the most glorious country in the
world» und belästigen eine junge Frau. Ein junger Kubaner kommt ihr
selbstlos zur Hilfe. Studenten dementieren die Falschmeldung, Fidel Castro sei
gefallen. Und auch der einfache Bauer hat begriffen, um was es geht und dass
die Barbudos um Fidel und Ché um eine gerechte Sache kämpfen. Er
schließt sich den Rebellen an und sagt zu jenem, den er verköstigte,
«jetzt brauche ich ein Gewehr!» Sie stoßen auf Radio Rebelde,
dem Sender der Revolutionäre in der Sierra Maestra im Osten Kubas, der die
Ziele der Revolution erläutert: volle Unabhängigkeit von den USA und
Souverinät des Landes. «¡Libertad o muerte!» Der Rest
ist Geschichte. Der legendäre Klassiker entstand 1964, also nach der
gescheiterten Invasion von US-Exilkubanern in der Schweinebucht, als Kuba sich
erst für den sozialistischen Weg entschieden hat. Die restaurierte Kopie
lässt den filmhistorischen Meilenstein in altem Glanz erstrahlen und die
heißen Rhythmen der damaligen Zeit. Eine Trouvaille!
© trigon-film
Dieser Film ist zumindest aus künstlerischer Sicht betrachtet das Juwel
des SüdFILMfestes 2004. Er ist so vielschichtig, kontroversiell und
herausfordernd, dass bei vielen Zusehern sicher der Wunsch nach einer
Reflexion oder doch zumindest nach Erläuterungen aufkommen wird.
Frau Maga. Renate Wurm von "Das Kino", Salzburg ist eine profunde
Kennerin Lateinamerikas und wird diese Diskussion moderieren.
Zur Einstimmung auf Film und Diskussion finden Sie hier weitere Informationen
zum Film Soy Cuba.
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| Land: | Argentinien |
| Jahr: | 2002 |
| Regie: | Carlos Sorin |
| Drehbuch: | Pablo Solarz |
| Kamera: | Hugo Colace |
| Montage: | Mohamed Rajid |
| Ton: | Abbatte & Diaz |
| Musik: | Nicolás Sorin |
| Ausstattung: | Margarita Jusid |
| Produktion: | Guacamole Films, Buenos Aires; Wanda Vision, Madrid |
| Länge: | 96 Minuten |
| Originalsprache: | Spanisch |
| Untertitel: | d/f |
| Auszeichnungen: | San Sebastian, Spezialpreis der Jury und Special Mention
Internationale Filmkritik Havanna, Grosser Coral und Martin
Luther King Memorial Center Award Cartagena, Spezialpreis
der Jury Uruguay Filmfestival, Bester Film Internationales
Filmfestival Fribourg 2003, Grand prix du Festival |
| Darsteller: | Javier Lombardo (Roberto) |
| | Antonio Benedictis (Don Justo) |
| | Javiera Bravo (Maria Flores) |
| | Carlos Montero (Losa) |
| | Anibal Maldonado (Fermin) |
(Kleine Geschichten)
Tausende Meilen südlich von Buenos Aires sind drei Menschen auf den
einsamen Landstrassen Patagoniens unterwegs. Don Justo, der ehemalige Besitzer
eines Gemischtwarenladens, bricht auf, seinen Hund zu suchen, den jemand in
San Julian gesehen haben will. Es stellt sich heraus, dass es für Don
Justo zwar wichtig ist, den Hund zu finden, aber noch sehr viel wichtiger, vor
seinem Tod den Frieden der Seele wieder zu gewinnen. Der Handelsreisende Roberto
ist auf derselben Straße in seinem alten Auto unterwegs und hat eine
empfindlichen Fracht dabei: Eine Cremetorte, extra bestellt für den
Geburtstag des Sohnes der jungen Witwe eines ehemaligen Kunden. Zur selben Zeit
und auf derselben Straße reist Maria Flores mit ihrem Baby im Bus, um in
einer Fernsehshow eine Universalküchenmaschine zu gewinnen. Obwohl sie
nicht genau weiß, was das eigentlich ist, denn sie lebt auf Pump und kann
sich noch nicht einmal Essen leisten, entscheidet sich Maria zur Reise in die
aufregende Welt des Fernsehens.
Es gibt sie immer mal wieder, jene Filme, die ohne viel Aufhebens daherkommen
und einen gerade dadurch beglücken, dass sie keine Geschichte aufdonnern,
dass sie das Leise neben den vermeintlich großen Dingen aufzeichnen.
«Straight Story» von David Lynch war ein solches Beispiel, Robert
Altman hat das kaleidoskopartige im Kino zur Meisterschaft entwickelt, in
«TGV» des Senegalesen Moussa Touré finden sich Menschen in
einem Bus zusammen, in «Sleeping Man» betrachtet der Kohei Oguri
ein japanisches Dorf um einen Bewusstlosen. Nun, im Film «Historias
minimas», lässt Carlos Sorin drei Figuren im tiefsten Patagonien
durch die phänomenale Landschaft reisen.
Sie alle sind an sich alleine unterwegs, aber Lebensfäden, ihre
Träume und Geschichten, berühren sich da und dort beinahe. Es ist
wunderbar, wie sanft Sorin diese Fäden von den ganz gewöhnlichen
Menschen spinnt, wie er uns vom ersten Moment an in eine Stimmung stillen
Betrachtens versetzt, wie wir Freude entwickeln am Charme und am Humor des
Alltags. Sie sind es, die die Handlung vorantreiben, sie sind es, die auch
unser Leben bestimmen und prägen. Das Laute ist nicht das Bleibende.
Mit zu den Qualitäten gehört die Konzeption der Figuren. Es sind drei
Generationen, die unterwegs sind, es sind unterschiedliche gesellschaftliche
Schichten, die sich mit ihnen öffnen, verschiedene Lebensformen: Der
Gemischtwarenhändler war einst sesshaft an der Straße, an der der
Handelsreisende vorüberzog. Dieser ist immer unterwegs und hat seine
Bekanntschaften mit Leuten, die das auch sind. Die junge Mutter aus armen
Verhältnissen hat kaum eine eigene Bleibe, aber sie hat ihre Träume
wie wir alle.
© Walter Ruggle, trigon-film
Aus der Presse: «Ein feines kleines filmisches Kunstwerk,
atmosphärisch wie erzählerisch dicht.»
Geri Krebs, Neue Zürcher Zeitung
Hier finden Sie noch Auszüge aus der Filmbeschreibung zu
Historias Minimas aus dem trigon-film Magazin
Nummer 21.
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| Land: | Venezuela |
| Jahr: | 2001 |
| Regie: | Alberto Arvelo |
| Drehbuch: | Alberto Arvelo |
| Vorlage: | |
| Kamera: | Cezary Jaworsky |
| Montage: | José Ares |
| Ton: | Stefano Gramitto Ricci |
| Musik: | Nascuy Linares |
| Ausstattung: | Solange Arvelo/Glenda Mendoza |
| Produktion: | Pedro Mezquita |
| Länge: | 93 Minuten |
| Originalsprache: | Spanisch |
| Untertitel: | d/f |
| Auszeichnungen: | Glauber Rocha Award, La Habana; Prix du public, Fribourg; Prix du public, Huelva |
| Darsteller: | Imanol Arias (Tomas Alonso) |
| | Gabriel Arcand (Fotografo) |
| | Leandro Arvelo (Santiago Alonso) |
| | Manuel Aguirre (Belén) |
| | Alejo Felipe |
(Ein Haus mit Meersicht)
In den Anden Venezuelas, die Träume von Tomas Alonso, einem verwitweten
Bauern, und seinem Sohn Santiago, ihr ruhiges Verhältnis und ihr Wunsch,
eines Tages den fernen Ozean zu sehen. Draußen herrscht die Grausamkeit
des Nachbarn und Don Homeros, der Besitzers des Bodens, auf dem Tomas arbeitet.
Bis eine verzweifelte Gewalttat Vater und Sohn trennt. Es braucht die mutige
Einmischung eines ausländischen Journalisten, um ihre Träume wieder
zu vereinen.
«Una Casa con vista al mar» erforscht die Lebensweise und die
Traditionen der andinischen Bevölkerung. Aus der Verzweiflung, ausgebeutet
zu werden, kann Gewalt entstehen. Wenngleich Tomas ein einfacher Mann ist, der
seinen Boden und die kleinen Ereignisse liebt, kann es auch vorkommen, dass er
einmal bis zum Ende seines Stolzes geht. Nur sein Schicksal erlaubt es ihm
nicht, zwischen Mord und Feigheit zu wählen. Stolz und Mut, Einsamkeit und
Ruhe sind die Themen dieses Films. Die Geschichte ist so einfach wie das Leben
von Tomas, die Umsetzung nüchtern und sensibel. Worte sind selten, doch
das Nichtgesagte und die Blicke intensiv. Die Gesichter erzählen mehr als
sie sagen und die sparsamen Bewegungen zielen aufs Wesentliche. Jenseits des
Dramas geben der Traum nach einem mythischen Ozean, das Foto, das das Bild der
geliebten Menschen rettet, dem Film eine poetische Dimension.
© Walter Ruggle, trigon-film
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Begegnungen mit unseren ausländischen Freunden
Das Fest für Freunde will die Möglichkeit bieten, andere Kulturen,
diesmal Lateinamerika vor allem musikalisch und auch kulinarisch kennen zu
lernen. Dieses Fest hat im Rahmen des SüdFILMfestes bereits Tradition
und es zeigt sich immer wieder, dass das Kino eine ausgezeichnete Einstimmung
auf das Feiern mit unseren Freunden aus jenen Ländern sind deren Filme
uns begeistern.
Es spielt LATIN MUSIC mit
| Gina Duenas (Cuba): | voc. |
| Georg Edlinger: | perc. congas, cajon, bongos, bell, clave |
| Adi Nimmerfall: | flutes, guit., voc. |
| Zoltan Pito: | guit., voc. |
| Bernhard Streisselberger: | perc., clave, bell, maracas, udu. |
| Josef Wagner: | bass |
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| Land: | USA |
| Jahr: | 2002 |
| Regie: | Paticia Cardoso |
| Drehbuch: | George LaVoo, Josefina Lopez |
| Vorlage: | |
| Kamera: | Jim Denault |
| Montage: | Sloane Klevin |
| Musik: | Emma Garcia de Mantilla, Heitor Pereira |
| Produktion: | Effie Brown, Georg LaVoo |
| Länge: | 90 Minuten |
| Originalsprache: | Englisch/Spanisch |
| Untertitel: | d |
| Darsteller: | America Ferrera (Ana) |
| | Lupe Ontiveros (Carmen) |
| | Ingrid Oliu (Estela) |
| | George Lopez (Mr. Guzman) |
| | Brian Sites (Jimmy) |
| | Soledad St. Hilaire (Pancha) |
| | Lourdes Perez (Rosali) |
| | Jorge Cervera Jr. (Raul) |
| | Felipe De Alba (Großvater) |
(Echte Frauen haben Kurven)
Ana hat soeben ihren High-School-Zeugnis erhalten. Eigentlich
ist sie zu Höherem bestimmt, denn dieses ist exzellent ausgefallen. Auch
ihr Lehrer Mr. Guzman ist dieser Ansicht. Er drängt Ana
richtiggehend, dass sie etwas aus ihrem Talent macht und das College in Angriff
nimmt. Doch Ana hat ein Problem. Als jüngste Tochter einer in
ärmlichen Verhältnissen lebenden mexikanischen Einwandererfamilie ist
ein Studium für sie - so gerne sie es auch möchte - von vorneherein
ausgeschlossen. Doch Mr. Guzman lässt nicht locker. Er schafft es
tatsächlich, dass die Columbia State University Ana ein volles Stipendium
gewährt. An sich sollte alles in trockenen Tüchern und jeder
glücklich sein, wäre da nicht Anas beinahe schon tyrannische Mutter
Carmen. Diese hat für Anas Zukunft einfach andere
Pläne.
Eine mexikanische Frau studiert nicht. Eine mexikanische Frau lernt zu kochen,
sieht gut aus, sucht sich einen Ehemann und gründet eine Familie. Carmens
Ansichten als erzkonservativ zu beschreiben, wäre stark untertrieben. Auf
die Wünsche und Gefühle ihrer Tochter legt sie dabei keinen Wert.
Alles nur jugendliche Träumereien, die vergehen. Doch Carmens
Zukunftspläne für Ana haben einen Haken. Ana ist nicht die
hübsche Mexikanerin, die den Männern der Kopf verdreht. Nein, Ana ist
eigentlich ziemlich fettleibig und unattraktiv. Auf ihr äußeres
Erscheinungsbild legt sie keinen Wert. Doch sie fühlt sich wohl. Das ist
alles, was für sie zählt. Sich für jemanden abquälen, damit
dieser sie attraktiver findet, kommt für sie nicht in Frage. Entweder man
akzeptiert sie so wie sie ist oder eben nicht. Eine Einstellung, die Carmen zur
Weisglut bringt. Um Ana auf den rechten Weg zu bringen, zwingt Carmen sie, in
der Näherei ihrer Schwester Estela zu arbeiten. Sie soll das
Nähhandwerk lernen und dabei helfen, teure Kleider zu einem Hungerlohn
anzufertigen. Sie soll endlich lernen, was es bedeutet zu arbeiten.
Das zentrale Thema von «Echte Frauen haben Kurven» ist der Konflikt
zwischen Tradition und Moderne. Wie weltoffen muss eine Einwandererfamilie sein
und bis zu welchem Grad muss sie ihre Wurzeln erhalten? Elementare Fragen, die
sich bei diesem Film geradezu aufdrängen. Regisseurin Patricia Cardoso
nimmt sich viel Zeit für die Einführung der Charaktere. Im
Mittelpunkt steht ganz eindeutig die Beziehung zwischen Ana und ihrer Mutter.
Und dies ist auch die große Stärke des Films. Die Chemie zwischen
America Ferrera und Lupe Ontiveros ist famos. Das Spiel der beiden
Lateinamerikanerin mit den unverbrauchten Gesichtern ist dermaßen
herzerfrischend, dass dadurch der Film quasi im Alleingang getragen wird.
Mehr zum Film Real Women have Curves.
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© Verein SüdFILMfest Amstetten
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