Das Der Verein SüdFILMfest 2005
Filmbeschreibungen


Eröffnung

  • 19:30 Eröffnung und Einführung durch den Obmann des Vereins SüdFILMfest Gerhard Steinkellner.
  • 19:45 Eröffnung des Festes durch die Kulturstadträtin und Abgeordnete zum Nationalrat Frau Ulrike Königsberger-Ludwig.
  • 20:00 Einführung in die Bilderausstellung von Dang Thong Tuyen (Vietnam)
  • 20:30 Asiatisches Büfett
  • 21:45 Bei Einbruch der Dunkelheit wird im Schlosshof der Eröffnungsfilm «Vodka Lemon» aus Armenien open air gezeigt.


Vodka Lemon (Wodka Lemon)
Land: Armenien
Jahr: 2003
Regie: Hiner Saleem
Drehbuch: Hiner Saleem
Kamera: Christophe Pollock
Montage: Dora Mantzorou
Musik: Michel Korb
Produktion: Fabrice Guez
Länge: 88 Minuten
Originalsprache: Kurdisch/armenisch/russisch
Untertitel: d
Auszeichnungen: Filmfestival Venedig 2003: SAN MARCO PREIS
Darsteller: Romik Avinian (Hamo)
  Lala Sarkissian (Nina)
  Yvan Franek
  Rouzanne Mesropian
  Zahal Karielachvili
  Armen Marouthian
  Astrik Avaguian

Vodka Lemon

(Wodka Lemon)

Ein kleines, überwiegend von Kurden bewohntes armenisches Dorf im Kaukasus. Hier ist jeder damit beschäftigt, während des harten Winters irgendwie über die Runden zu kommen. So auch Hamo, ein rüstiger 60jähriger Witwer. Mit einer Pension von sechs Dollar im Monat kann er nicht überleben, und so verkauft er nach und nach auf dem Flohmarkt in der nächsten Stadt die ganze Habe: einen Hochzeitsschrank, den alten Fernseher, die Militäruniform.

Von seinen Söhnen kann Hamo keine Hilfe erwarten. Der eine lebt in Frankreich, schickt ab und zu einen Brief, aber kein Geld; der andere lässt sich täglich mit Wodka Lemon vollaufen. Hamos Enkelin wiederum hat einen Bräutigam, der bei der Hochzeitsfeier mit vorgehaltener Pistole zur Erfüllung seiner Eheversprechen genötigt werden muss.

Trotz allem verliert Hamo seinen Optimismus nicht. Jeden Tag besucht er das Grab seiner Frau auf dem Friedhof und erzählt ihr, was es so alles Neues gegeben hat. Und hier begegnet er der schönen Witwe Nina, die ebenso arm ist wie er selbst, und die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Der örtliche Busfahrer, der lauthals französische Liebeslieder zu singen versteht, wird sein Verbündeter ...

Eine wunderbar skurrile Tragikomödie voll lakonischem Witz und Zärtlichkeit. Mit unverwüstlicher Energie und Lebensfreude stemmen sich Hamo und Nina, die man beide als Zuschauer sofort ins Herz schließt, gegen alle Widrigkeiten ihrer Existenz. Regisseur Hiner Saleem stammt aus dem kurdischen Irak und hat einen Blick für die karge Schönheit der schneeverwehten Berglandschaft des Kaukasus. Am Schluss gönnt er den beiden Liebenden ein poetisch-surreales Happyend und bringt ein Klavier zum Tanzen.

© Kairos




Dang Thong Tuyen

(Vietnam)

Der Künstler wurde am 6. Nov. 1955 in Nghe An in Vietnam geboren und absolvierte die Akademie für Design in Hanoi. Daraufhin studierte er in Saigon Textil– und Modedesign. 1988 kam er nach Europa, um in der DDR in einer Porzellanmanufaktur zu arbeiten. Seit 1989 lebt er als freischaffender Künstler in Wien.

© VIDC, vienna institute for development and cooperation

Hier finden Sie noch weitere Informationen zu Dang Thong Tuyen und seinen Bildern.




>Hungern gegen Wände (Hungern gegen Wände)
Land: Türkei/Schweiz
Jahr: 2003
Regie: Yusuf Yesilöz
Drehbuch: Yusuf Yesilöz
Kamera: Hansueli Schenkel, Urs Koller, Heydere Hesen
Montage: Dieter Gränicher
Ton: Olivier JeanRichard, Beat Hirschi
Produktion: Yusuf Yesilöz
Format: Digital Beta
Länge: 52 Minuten
Originalsprache: Kurdisch/Türkisch
Untertitel: d

Hungern gegen Wände

(Hungern gegen Wände)

Der Student Cemal Miran schließt sich der demokratischen kurdischen Bewegung in der Türkei an. Er wird nach dem Militärputsch von 1980 verhaftet und auf massivste Art gefoltert. Das Militärgericht verurteilt ihn zum Tode. Gegen die Schikanen im Gefängnis wehrt er sich in einem vierzigtägigen Hungerstreik, in dessen Folge er ins Koma fällt – und als behinderter Mensch wieder aufwacht. 1989 wird das Todesurteil gegen ihn aufgehoben. Er wird freigelassen und flieht 1993 in die Schweiz. Ein Film über Folter, Hungerstreik und die Verarbeitung danach im Exil.

«Porträt eines von Folter und Hungerstreik gezeichneten Kurden, der als Flüchtling in der Schweiz lebt. Sachlich im Ton und engagiert in der Aussage.» Nicole Hess, im Tagesanzeiger, Januar 2004.

«Ein Opfer hat in der Schweiz Flüchtlingsstatus und versucht, in unserem Land Genesung und Würde zu finden. Ein beeindruckendes Manifest» Marc Wehrlin, Leiter Sektion Film, Bundesamt für Kultur (Schweiz), in der Bernerzeitung, Januar 2004.




Djomeh (Djomeh)
Land: Iran
Jahr: 2002
Regie: Hassan Yekpatanah
Drehbuch: Hassan Yekpatanah
Kamera: Ali Loghmani
Montage: Hassan Yekpatanah
Ton: Changiz Sayad
Produktion: Ahmad Moussazahdeh
Länge: 94 Minuten
Originalsprache: Persisch (Farsi)
Untertitel: d/f
Auszeichnungen: Camera d'Or bester Erstling Cannes 2000
Darsteller: Jalil Nazari (Djomeh)
  Mahmoud Bezhraznia (Mahmoud)
  Rashid Akbari (Habib)
  Mahbobeh Khalili
  Ehsan Daryabari
  Valiollah Beta

Djomeh

(Djomeh)

Djomeh, ein junger Mann aus Afghanistan, ist in den benachbarten Iran gezogen, um dort Arbeit auf einem Bauernhof zu finden. Täglich fährt er mit der Milch zu den Leuten hinaus. Im nächstgelegenen Dorfladen, der er mit seinem Fahrrad aufsucht, hat ein ein Auge auf die Tochter des Ladenbesitzers geworfen. Schüchtern wie Djomeh aber ist, bewusst der Regeln des Anstands, die hier gelten, traut er sich nicht, das Mädchen anzusprechen. Dafür deckt er sich bei ihr über alle Masse mit Esswaren und kleineren Gütern ein, um wenigstens so lange wie möglich in ihrer Gegenwart zu verweilen.

Die Frage ist: Darf diese Liebe überhaupt sein? In Cannes 2000 wurde Hassan Yektapanahs Erstling mit guten Gründen mit der Camera d'Or ausgezeichnet, die jeweils dem überzeugendsten Debüt eines Jahres verliehen wird. Er betrachtet das Leben fernab der grossen Zivilisationszentren mit grosser Sanftheit, vermittelt Eindrücke aus einer fernen Welt und mit einem auch uns nahen Thema: Jenem der Migration und des Fremdseins. Erstaunlich hier, wie das Fremdsein auch dort, wo Fremde von unseren Breitengraden herkommen mögen, zum Alltag gehört und wie damit umgegangen wird.

© trigon-film

Nach dieser Einführung ist man wahrscheinlich geneigt, den Film als «harmlose» Unterhaltung einzustufen, was vielleicht sogar stimmt. Man kann das aber durchaus auch anders sehen, wie die beiden Kommentare aus zwei Schweizer Zeitungen beweisen.




Numafung (Schöne Blume)
Land: Nepal
Jahr: 2002
Regie: Nabin Subba
Drehbuch: Nabin Subba
Kamera: Raju Thapa
Montage: Sameera Jain
Musik: Nhyoo Bajracharya
Ausstattung: Raj Thapa
Produktion: Nabin Subba, Chhabilal Hangshrong, Saraswati Limbu Hangshrong
Format: 35 mm
Länge: 108 Minuten
Originalsprache: Nepali/Limbu bhasa
Untertitel: d/f
Auszeichnungen: Auszeichnungen Vesoul 2003: Publikumspreis
Darsteller: Anupama Subba Numa (Numafung)
  Niwahangma Limboo (Lojina)
  Prem Subba (Girihang)
  Alok Nembang (Ojahang)
  Ramesh Singhak (Rikute)

Numafung

(Schöne Blume)

Die junge Numafung vom Volke der Limbu wird gegen ihren Willen zwei Mal von ihrem Vater verheiratet. Die erste Ehe endet nach dem Tode des verunglückten Mannes. Nach der darauffolgenden Fehlgeburt kehrt sie zu ihren Eltern zurück. Die Verbindung mit dem gewalttätigen zweiten Mann findet ein Ende, als Numafung eines Tages ihr Schicksal in die eigene Hand nimmt und mit dem Mann, in welchen sie sich noch vor der Wiederverheiratung verliebt hat, flieht. Wie der Brauch der Limbu es vorschreibt, fordern der Verlassene und seine Familie daraufhin den doppelten Brautpreis bei Numafungs Familie ein. Um dieser Forderung nachzukommen, überschreibt Numafungs Vater sein Haus dem Schwiegersohn und ist damit gezwungen, mit seiner Familie wegzuziehen und fortan die Felder anderer Leute zu bearbeiten, um überleben zu können. Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund des majestätischen Himalaya abseits der von Bollywood dominierten Kinolandschaft Nepals.

© LEO Kino Innsbruck

Die schöne Numafung lebt in einem entlegenen Limbu-Bergdorf mit dem majestätischen Himalaya als unwiderstehlicher Kulisse im Hintergrund. Ihre Heirat folgt traditionellen Gesetzen, doch bald einmal will sie ihren eigenen Weg gehen und sich den vorwiegend patriarchalischen Strukturen nicht einfach unterordnen. Ein liebevoll erzählter, stimmiger Film aus einer unbekannten, auch vom Tourismus noch nicht erschlossenen Region. «Numafung» ist der erste nepalesische Spielfilm, der bei uns in die Kinos gelangt. «Numafung» bedeutet soviel wie «schöne Blume», der Film basiert auf der Erzählung «Karobar ki Gharbaar» von Kajiman Kandangwa. Den Hintergrund bilden das Dorf Nagi im Panchthardistrikt und die spektakuläre Kulisse von Bergen wie dem Kumbakarna oder dem Mount Jannu, Himalaya eben.

Es gibt sie, die europäischen Produktionen, die in Nepal gedreht wurden und vom Ruf des Himalayas profitieren wollten, ohne wirklich vor Ort verwurzelt zu sein. Hier kommt ein Spielfilm zu uns, der nicht nur eine vollumfänglich eigenständige nepalesische Produktion darstellt, er entstand darüber hinaus in der Limbu-Bergregion, die weit abgeschieden von den Trubeln der Welt gelegen ist und von der gebirgigen Landschaft geprägt. Nabin Subba, der Regisseur und Autor dieser kleinen feinen Frauenemanzipationsgeschichte, gehört zu den jungen Filmschaffenden im Land, die versuchen, ein eigenständiges Kino im Schatten des alles dominierenden indischen Mainstreams zu etablieren. Sein Numafung legt Zeugnis von der erzählerischen Kraft ab und führt uns vor Augen, wie beeindruckend auch kleine Geschichten sein können, wenn sie an ihrem Entstehungsort und in ihrer Kultur verwurzelt sind.

© trigon-film

«NUMAFUNG ist ein Meilenstein in der Geschichte des nepalesischen Kinos. Er zeigt auf überzeugende Weise, dass auch in einer stark patriarchalischen Gesellschaft wie der unsrigen Frauen existieren, die zurückschlagen und kämpfen können.»

The Kathmandu Post


Zum Film Numafung gibt es hier noch eine ganze Menge zusätzlicher Informationen, auch aus der Heimat des Films, Nepal.




>Gizli Yüz (Das verborgene Gesicht)
Land: Türkei
Jahr: 1991
Regie: Ömer Kavur
Drehbuch: Orhan Pamuk
Kamera: Erdal Kahraman
Montage: Mevlut Kocak
Musik: Cahit Berkay
Produktion: Alfa Film Ltd., Istanbul
Format: 35 mm
Länge: 115 Minuten
Originalsprache: Türkisch
Untertitel: d/f
Auszeichnungen: Preis der Internationalen Kritik (Venedig 1991); Grosser Preis der Festivals (Montreal); Bester Film, bestes Drehbuch, beste Schauspielerin, bester Schauspieler, beste Musik, beste Montage in Antalya; Bester Film, beste Regie in Ankara; Publikumspreis in Fribourg.
Darsteller: Zuhal Olcay (die Frau)
  Fikret Kuskan (der Mann)
  Rutkay Aziz (der Uhrmacher)
  Savas Yurttas (der zweite Uhrmacher)
  Sevda Ferdag
  Arslan Kacar
  Salih Kalyon
  Süer Izat
  Tunkay Akça

Gizli Yüz

(Das verborgene Gesicht)

Eine Frau bricht in zwei Tagen mit dem, was zwanzig Jahre lang ihr Lebensraum war: Sie hat jenes geheimnisvolle Gesicht gefunden, das sie so lange gesucht hat, jenen melancholischen Mann, dessen Bild bisher nur in ihrem Inneren gelebt hat. Mit ihm, einem Uhrmacher, der von der verborgenen Magie der Zeit weiß verschwindet sie spurlos in eine andere, unbekannte Welt.

Das Gesicht des Mannes hatte sie unter tausenden von Bildern eines jungen Fotografen entdeckt. Dieser macht sich nun seinerseits auf die Suche nach der geheimnisvollen Frau. Wie im mittelalterlichen mystischen Buch des großen persischen Sufidichters Fariduddin Attar, «Vogelgespräche», dem Ausgangspunkt zu diesem modernen orientalischen Märchen, bilden Liebe, Sehnsucht und Trennungsschmerz die Kraft, die alles antreibt und bestimmt. Die Suche führt den Mann von Ort zu Ort, von der «Stadt der Toten» bis zur «Stadt der Herzen». Im phantastischen Labyrinth zwischen Tag und Nacht, Traum und Wirklichkeit erfährt er schließlich, dass seine verzweifelte Liebe über die unfassbare Frau hinausgeht und den Weg zu sich selbst, zu seiner inneren Befreiung erhellt.

Ömer Kavur verbindet alte Erzählkunst mit moderner Fantastik zu einem meditativen Gedicht des Sufismus, das einen weit davonträgt. Der wunderschöne, mit über 15 internationalen Preisen ausgezeichnete Film führt uns hin zu bedrohten spirituellen Werten, zur Fähigkeit sich Zeit zu nehmen, zu erzählen, zu leben und zu sein. Es ist dies auch ein Film über die Einzigartigkeit des einzelnen, der Teil ist des unergründlichen Ganzen, mit dem er verschmilzt.

© trigon-film

Gizli Yüz beruht auf der Zusammenarbeit zweier begnadeter Künstler. Das Drehbuch baut auf einer Idee von Orhan Pamuk auf, einem damals jungen Romanschriftsteller, der zunächst in literarischen Kreisen bekannt wurde, bevor er in den neunziger Jahren internationalen Ruhm gewann. Die enge Zusammenarbeit zwischen einem Filmemacher und einem Schriftsteller, die jeder in seinem Bereich an der Spitze stehen, ist an sich ein seltenes und positives Ereignis, auf dessen Bedeutung Ömer Kavur in einem Gespräch hinwies: «Junge Romanschriftsteller wie Orhan Pamuk können dem türkischen Film neues Leben geben. Meiner Meinung nach ist es für uns Filmemacher äußerst wichtig, mit Literaten zu sprechen und zusammen zu arbeiten.»


Noch ein paar Worte zum Film Gizli yüz zum Regisseur und zum Sufismus im Besonderen.

Eine ganz allgemeine Erklärung was Sufismus ist findet sich in der Wikipedia, der freien Enzyklopädie im Internet.




Das Fest für Freunde V

Begegnungen mit unseren ausländischen Freunden

Wie jedes Jahr wollen wir auch dieses SüdFILMfest zum Anlass nehmen Die Erfahrung zeigt, dass das SüdFILMfest immer wieder die ideale Atmosphäre bietet, um zwischen den Filmvorführungen bei guter Musik und ungezwungener Stimmung Menschen die oft von weit her gekommen sind und jetzt unter uns leben und arbeiten, kennen zu lernen. Normalerweise fallen sie uns ja kaum auf und das hängt vielleicht damit zusammen, dass es ihnen hier – allen kulturellen Unterschieden zum Trotz – genau so oder so ähnlich geht wie dem Jungen Djomeh aus Afghanistan im Iran im gleichnamigen Film am Freitag den 5. Aug. um 18 Uhr. Nein? Das können sie sich so nicht vorstellen? Finden Sie es selbst heraus! Denn, so sagt der Filmkritiker Dr. Markus Vorauer aus Linz: kein Film ist so spannend wie das Leben selbst. Lassen Sie sich das nicht entgehen!

Es spielt für Sie die Gruppe «RUMI»

Mandana Alavi Kia: Gesang, Tanz und Erzählungen
Geboren 1962 in Teheran/Iran als Tochter einer deutschen Mutter und eines persischen Vaters. Ihre persische Familie stammt vom bekannten Sufimeister Mir Seyd Ali Alavi, dem Schah von Hamadan ab.
Seit dem fünften Lebensjahr beschäftigt sie sich mit persischem Volkstanz, Ballett, Gesang und Malerei. Ihre Ausbildung umfasst verschiedenste Tanz- und Gesangsstile.
Sie lebt seit 16 Jahren mit ihren zwei Töchtern in Wien und tritt als Performance Künstlerin mit verschiedensten Interpreten auf. Mitwirkung bei dem Buch: «Stimme, Spiegel meines Selbst» (Romeo Alavi Kia).
Homepage: Mandana Alavi Kia
Ala Salahiyan: Tonbak (auch Zarb, die persische Bechertrommel, siehe Wikipedia), Gesang und Tanz.
Geboren im iranischen Teil von Kurdistan, lebt er nun in Wien und ist als Sänger in diversen Ensembles im In- und Ausland tätig.
Nariman Hodjaty: Taar und Setar (persische Langhalslaute, siehe Wikipedia)
Geboren 1959 im Norden Irans. Studium der Architektur und Grafik an der Teheraner Kunstakademie, Musikstudium am Institut für traditionelle persische Musik. Lebt seit 1986 als Musiker, Musiklehrer und Autor in Österreich.

Abbas Masud Hayat Khayyati: Santur (persisches Hackbrett, siehe Wikipedia). Masud ist in Amstetten bekannt durch das legendäre Lokal «Sindbad» und hat jetzt ein Lokal am Hauptplatz.
Georg Edlinger: Darabuka, sorgt für die österreichische Komponente im iranischen Ensemble.



Tokyo Godfathers (Tokyo Godfathers)
Land: Japan
Jahr: 2003
Regie: Satoshi Kon
Drehbuch: Keiko Nobumoto, Satoshi Kon, Shogo Furuya
Kamera: Katsutoshi Sugai
Montage: Takeshi Semaya
Ton: Masafumi Mima
Musik: Keiichi Suzuki
Ausstattung: Nobutaka Ike
Kostüme: Character design: Kenichi Konishi
Produktion: Madhouse Tokyo
Länge: 90 Minuten
Originalsprache: Japanisch
Untertitel: d/f
Auszeichnungen: Festival du film fantastique de Neuchâtel, 2004: Prix du public et Prix de la section "Nouveau cinéma asiatique".

Tokyo Godfathers

(Tokyo Godfathers)

Da ist er, der Animationsfilm, der alle begeistert: Unterhaltsam, Augen öffnend und erfrischend japanisch! Ausgerechnet am Weihnachtsabend findet das Obdachlosen-Trio Gin, Hana und Miyuki mitten in einer Tokyoter Müllhalde ein Baby. Das denkwürdige Gespann – ein vermeintlicher Ex-Radrennfahrer, eine alternde Drag–Queen und eine junge Ausreißerin auf die Suche nach den Eltern des Kindes. Bald deutet alles darauf hin, dass man wohl in den besseren Gegenden der Millionenmetropole fündig werden könnte. Damit nimmt eine energiegeladene Odyssee mit bizarren Abenteuern und seltsamsten Wendungen ihren ebenso wundersamen wie irren Lauf.

Tokyo Godfathers ist eine umwerfende Liebeserklärung an Tokyo mit liebevollen Querverweisen auf Frank Capra, Charlie Chaplin und John Ford. Die erzählerische Perfektion dieser Weihnachtsgeschichte der etwas anderen Art entfaltet sich vor einer der beeindruckendsten animierten Stadtlandschaften, die je im Kino zu sehen waren. Ein filmisches Feuerwerk, das den letzten Animationsmuffel zu überzeugen vermag und nicht umsonst an allen Festivals zum Publikumsliebling wurde. Das ist ein Kinoerlebnis der besonderen Art, weil uns über die dynamisch gezeichnete Handlung Wesentliches einer ganzen Kultur vermittelt wird und dies erst noch ungemein unterhaltsam.

Nur ja nicht verpassen!

Anime in Japan

Gewisse statistische Absonderlichkeiten sind so aussagekräftig, dass man nicht umhin kommt, sie zu kolportieren: Beispielsweise ist Japan das einzige Land, das mehr Papier für Comics (Mangas) als für Bücher und Klopapier verbraucht. Die überaus populären Bildergeschichten dienen auch als Vorlage für Trickfilme (Animes). Seit ihren Anfängen in den 50er-Jahren wuchs die Anime-Branche stark an und zählt heute zu den wichtigsten Zweigen der fernöstlichen Unterhaltungsindustrie; ihre Konstitution ist einzigartig: Die Filme richten sich vorwiegend an Erwachsene.

© trigon-film




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