Das Der Verein SüdFILMfest 2005
im Rückblick

Auch dieses Jahr möchte sich das Team des SüdFILMfestes bei allen Besuchern ganz herzlich bedanken. Ohne sie wäre ein so positiver Rückblick und schöne Erinnerungen gar nicht möglich. Für alle hier noch einmal eine Zusammenfassung und ein paar Blitzlichter auf die Höhepunkte.


Drei Tage lang drohende Wolken am Himmel und trotzdem drei Open-Air-Aufführungen ohne Regen. Gute Organisation ist eben alles ...

Und schau' mal, wer da trotzdem gekommen ist! Amstettner Politprominenz gibt sich ein Stelldichein.

Das Eröffnungsbuffet hervorragend zubereitet von Cao Van Phuony (rechts im Bild) und Familie. Danke Schön!

Dang Thong Tuyen präsentiert seine Ausstellung im Schloss und nimmt sich viel Zeit, einzelnen Besuchern seine Bilder nahe zu bringen.

Hier eines mit dem Titel 9/11. Einen ähnlich feinfühligen Umgang mit

diesem höchst sensiblen Thema erlebt man sonst nur selten!

Am Abend vor dem dem Eröffnungs-Film „Vodka Lemon”: Der Weltladen Amstetten bietet kleine Snacks an, in der Schlosskantine werden durstige Besucher gelabt. Trotz kaltem Wetter die einzigartige Atmosphäre abends im Schlosshof ...

Der Malworkshop für groß und klein: Dang Thong Tuyen stellt seine pädagogische Erfahrung im Vermitteln künstlerischer Fähigkeiten unter Beweis. Die Freude an der Sache bei den Teilnehmern ist offensichtlich.

„Große” Filme im „kleinen” Format: selbst kritische Filme wie „Hungern gegen Wände” und leise Filme wie der darauffolgende Film „Djomeh” finden in Amstetten aufmerksame Interessenten. Die Filme finden durchaus bei Menschen aller Altersgruppen Anklang. Noch beeindruckender ist jedoch,

dass Eltern die Filme gemeinsam mit ihren jugendlichen Sprösslingen besuchen und die Initiative dazu oft genug auch von den Jugendlichen ausgeht.

Hauptabendprogramm: Trotz des aufmüpfigen „Ich werde mit euch allen alleine fertig”, so der Untertitel hier im Film „Numafung”, verhallt der Aufschrei unterdrückter Frauen im Gegensatz zur Aggressivität der Männer nur leise an unserem Ohr.

Marianne Furtner hat zum „Fest für Freunde” mit der Gruppe „Rumi” eingeladen und alle, groß und klein, sind gekommen um sich auf eine fremde Kultur einzulassen.

Die Gruppe Rumi hier mit Mandana Alavi Kia, Nariman Hodjaty und Ala Salahiyan (von rechts nach links).

Zwischendurch liest Mandana Sufi-geschichten aus dem Buch „Erfan - vom Gesang der Planeten” und hat so sicher etwas zum besseren Verständnis des Sufismus beige-tragen. Vielleicht geht nun auch so mancher an dieser Amstettner Schneiderei mit ganz anderen Augen vorbei.

Musik und Tanz ist vielleicht die einfachste Art Interesse an einer fremden Kultur zu wecken. Die Musik

der Gruppe „Rumi” ist jedenfalls mitreißend und findet beim Publikum ungeteilte Zustimmung.

Nariman Hodjaty begleitet Mandanas „Tanz der Derwische” dem vielleicht bekanntesten Element des Sufismus,

einer sehr toleranten Strömung innerhalb des Islam wo auch Frauen immer schon eine gleichberechtigte

Stellung einnehmen konnten (z.B. die Sufimeisterin Rabia (siehe Wikipedia) im 9. Jahrhundert).

Der bekannte Amstettner „Beislwirt” Abbas Masud Hayat Khayyati in einer für Amstettner Mitbürger ganz neuen Rolle als Musiker auf

seinem Santur, hervorragend begleitet vom iranischen Kurden Ala Salahiyan auf einem Tonbak (Becher-trommel). Zum Abschluss:

die „Iran-Connection” mit ihren Amstettner Freunden.


Pressespiegel


„Vodka Lemon”: Niveauvolles Kino beim Südfilmfest auf Schloss Ulmerfeld

SüdFILMfest „Freiheit” ist heuer das Thema des Kulturamtes in Amstetten und auch beim diesjährigen asiatisch angehauchten SüdFILMfest spielt Freiheit eine tragende Rolle. Von Donnerstag, den 4. August bis Samstag, den 6. August, begeistern im Schloss Ulmerfeld tiefschürfende Streifen wie die armenisch-französische Produktion „Vodka Lemon”, „Numafung” (Nepal 2002) oder auch „Gizli Yüz - Das verborgene Gesicht” (Türkei 1991) und „Tokyo Godfathers” (Japan 2003). Infos zum genauen Programm gibt es unter http://vereine.amstetten.at/suedfilmfest.


FEST FÜR FREUNDE / Im heurigen Schwerpunkt Asien steht eine Gruppe aus dem Iran auf dem Programm.

Beim Fest für Freunde mit dabei: Die in Teheran geborene Künstlerin Mandana Alavi Kia.     FOTO: ZVG

Freunde aus Iran zu Gast

AMSTETTEN / Live-Musik und Tanz aus dem Iran gibt es beim Fest für Freunde im Rahmen des Südfilmfestivals am 6.8. um 18.30 Uhr im Schloss Ulmerfeld. Das Fest für Freunde, gegründet von Marianne Furtner, hat immer wieder neben kulinarischen Köstlichkeiten auch musikalische Leckerbissen zu bieten. Im heurigen Schwerpunkt Asien steht eine Gruppe aus dem Iran auf dem Programm. Unter der musikalischen Organisation von

Georg Edlinger ist die Gruppe „Rumi” bestehend aus Mandana Alavi Kia und Nariman Hodjaty und variierenden Gastmusikern zu hören. Sie beschäftigt sich seit nunmehr 3 Jahren mit der Thematik Sufismus und „Erfan” (Erkenntnis), der sogenannten persischen Mystik. Besetzung: Mandana Alavi Kia - Stimme, Tanz und Rahmentrommel, Nariman Hodjaty - Taar und Setar-Persische Langhalslaute, Ala Salahiyan - Gesang & Percussion.

© NÖN, Woche?, Seite ?


Von 4. bis 6. August findet das Südfilmfest statt. Ulrike Königsber ger-Ludwig und Gerhard Steinkellner laden ein. FOTO: SENGSTSCHMID

SCHWERPUNKT ASIEN / Sechs Filme im Schloss UImerfeld sollen Einblick in fremde Kulturen geben.

Fest für Filmfreunde

AMSTETTEN / Bereits zum vierten Mal findet das Südfilmfest von 4. bis 6. August im Schloss Ulmerfeld statt. Gerhard Steinkellner und sein Team laden heuer zu einer Filmreise, die von Armenien über die Türkei und den Iran nach Nepal und Japan führen wird. Aus diesen Ländern werden nämlich Filme präsentiert, die helfen sollen „durch das Verstehen fremder Kulturen die Toleranz zu fördern”, erklärte Kulturstadträtin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Armenischer Film zum
Start des Südfilmfests

Die Eröffnung des Südfilmfests findet am 4. August um 19.30 Uhr statt. Bei Einbruch der Dunkelheit (ab ca. 21.30 Uhr) ist dann der armenische Film „Vodka Lemon” zu sehen. Am darauf folgenden Freitag sind drei Filme zu sehen. Um 16 Uhr wird die

türkische Produktion „Hungern gegen Wände”, ab 18. Uhr der iranische Film „Djomeh” und ab 21.30 Uhr „Numafang” aus Nepal (Open Air) gezeigt.

Höhepunkt des Filmfests ist
Animationsfilm aus Japan

Der Samstag startet mit der türkischen Produktion „Gizli Yüz” um 16.30 Uhr im Saal, ab 18.30 Uhr findet das sechste Fest für Freunde statt und ab 21.30 Uhr gibt es den japanischen Animationsfilm „Tokyo Godfathers” Open Air als Schlusspunkt zu sehen.

Begleitend zu den Filmen wird auch eine Bilderausstellung von Dang Thong Tuyen gezeigt, die am Donnerstag, 4.8., um 19.30 Uhr eröffnet wird. Am Freitag veranstaltet der vietnamesische Künstler von 15.30 bis 18.30 Uhr einen Malnachmittag – Anmeldung im Weltladen Amstetten.

© NÖN, Woche?, Seite ?


Zu wenig Wochenende für viel Kultur

Ohne Terminplaner geht dieses Wochenende gar nichts im Kulturgeschehen im Mostviertel. Die Beilage für das Fernsehprogramm des Wochenendes können Musikfans, Theatergeher und Filmfreunde aus dem Raum Amstetten gleich getrost zum Altpapier werfen – es wird keine Zeit vor der Glotze bleiben. Und der Wohungsschlüssel nur spätnachts zum Bettgehen umgedreht.

Zum einen laufen die Großveranstaltungen „Jesus Christ Superstar” beim Amstettner Sommermusical und „Die drei Musketiere” beim Haager Theatersommer weiter. Die Terminnot bricht obendrein abseits der Big-Events aus, wobei sich das Amstettner Kulturamt als Mitveranstalter auch schon selber in die Quere kommt: Auf Schloss Ulmerfeld läuft heute um 19.30 Uhr auf der großen Freiluftleinwand das „SüdfilmFestival” mit dem armenischen Streifen „Vodka Lemon” an. Der 60-jährige Witwer Hamo, der mit einer Rente von sechs Dollar im Monat leben soll und am Flohmarkt seinen Hausrat verkauft, lernt am Friedhof seine späte Liebe kennen. Eine Tragikkomödie wie der Film ist die Hetzerei am Freitag für Kulturstadträtin Ulrike Königsdorfer Ludwig: Auch bei den „Amstettner Höflichkeiten”, wenn in über 15 Gastgärten Bands aufspielen, sollte sie sich blicken lassen. Aber die Frau Nationalrat will in den Parlamentsferien auch „Numafung” im Ulmerfelder Schlosshof nicht verpassen. „Wir zeigen hier einen Film, der eigenständig in Nepal entstanden ist”, kündigt Festivalobmann Gerhard Steinkellner eine

Rarität an. Frauenemanzipation hat Gott sei Dank auch den verstecktesten Winkel der Erde am Fuße des Himalayas erreicht. Zuvor wird „Djomeh”, einen Liebesfilm, dem Iran als Schwerpunktland des heurigen Festivals gerecht. „Wir wollen nicht nur mit Filmen einen Brückenschlag machen, wir wollen, dass Menschen einander persönlich begegnen”, sagt Steinkellner.

Musiker zusammengetrommelt

Weshalb ein „Fest für Freunde” steigt. Abbas Masud Hayat, der am Amstettner Hauptplatz eine Imbisstube betreibt, hat sein Hackbrett hervorgeholt und für die Musikgruppe „Rumi” nicht nur persische Landsleute, sondern Jazzer und Percussionist Georg Edlinger zusammengetrommelt (Samstag, 18.30 Uhr). Kulturaktivistin und

Ex-Gemeinderätin Marianne Furtner lässt in der Zwischenzeit mit persischen Zuwanderern als Küchenbrigade Gerichte für ein Ethno-Buffet in den Töpfen dampfen. Wie alle Filme in Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt wird zum Abschluss im „Samstag- Hauptabendprogramm” „Tokyo Godfahters”, ein Animationsfilm. Drei Obdachlose finden am Weihnachtsabend ein Baby in der Gosse und machen sich auf die Suche nach den Eltern, wobei die Spur in die besseren Gegenden der Großstadt führt.

Ein Abstecher über die Donau ins Waldviertler Nöchling, wo Kabarettist Josef Hader beim Weidefest in seiner Heimatgemeinde in einem Stall auftritt (Beginn: Samstag 20.30 Uhr), wird sich nicht ganz ausgehen - noch eine Qual der Wahl.     (feh)

Sathoshi Kons „Tokyo Gofathers”: Primetime des Südfilmfestivals

© Nachrichten Lokal, Donnerstag, 4. August 2005, Seite 31


Abbas Masud Hayat Khayyati mit seinem Santur und Georg Edlinger mit einer Darabuka.

Kurz vor der Eröffnung des Film-Festivals: Kultur-Stadträtin Ulrike Königsberger-Ludwig und Südfilmfest-Obmann Gerhard Steinkellner.

NÖN WOCHE 32/2005  57

KULTUR

DER VEREIN Zu den regelmäßigen Aktivitäten des Vereins gehört seit 1990 die jährliche Organisation des Südfilmfestes in Amstetten. Bei seinem Ziel - Förderung von Filmen und deren Verbreitung in Österreich - fühlt er sich folgenden Kriterien verpflichtet: Vor allem werden Filme von Künstlerinnen und Künstlern aus den Ländern des „Südens”, das sind die Länder Südosteuropas, Asiens, Afrikas und Lateinamerikas unter besonderer Berücksichtigung ihrer Verwurzelung in der eigenen Kultur gefördert. Werke, die filmsprachlich und künstlerisch von hoher Qualität sind, neue Geschichten und andere Bilder vermitteln. Filme, die thematisch und formal eigenständig sind und Ausdruck einer kulturellen Identität sind. Filme, die Vorurteile abbauen, Menschen, Alltag und soziokulturelles Erbe erlebbar machen und das Selbstbewusstsein uns fremder Kulturen vermitteln. Werke, die in den Ländern des „Südens" spielen und deren Inhalte universelle Gültigkeit gewinnen. Filme in der Originalsprache ihrer Herkunftsländer. Werke, die über die bisherigen Vorstellungen von Südosteuropa, Asien, Afrika und Lateinamerika hinausgehen und bekannte Themen und Probleme in größere Zusammenhänge rücken. Aktuell gebliebene Klassiker.

DREI-TAGES-PROGRAMM / Zum diesjährigen „Asien-Schwerpunkt” wurden den Besuchern aktuelle Filme, Bilder, Kulinarisches und Musikalisches präsentiert.

Berührendes Südfilmfest

VON WOLFGANG KNAPP

AMSTETTEN / „Die Menschen sind weniger gleich, als sie sagen, und gleicher, als sie denken!” Kulturstadträtin Ulrike Königs-berger-Ludwig eröffnete am A. August mit diesem Zitat zum Nachdenken den kolumbianischen Philosophen Nicolas Gomez Davila das diesjährige Südfilmfest.

Bevor der erste Streiten über die Leinwand lm Schloss-Hof in Ulmerfeld flimmerte – der arme-nische Film „Vodka Lemon”, frisch aus Deutschland als österreichische Erstaufführung importier – gab es eine Vernissage:

Präsentiert wurden beeindruckende Bilder des vietnamesi-schen Malers Dang Thong Tuyen, die übrigens noch zwei Wochen zu sehen sind. Ein asiati-sches Buffet rundete den Abend für alle Besucher ab.

Dass gerade das Medium Film hervorragend dazu geeignet ist, anderen Kulturen in umfassender Art und Weise zu begegnen, der Melodien anderer Sprachen zu lauschen und den Rhythmus des Lebens in anderen Ländern zu spüren, bewiesen die am 5. und 6.8. gezeigten Werke aus der Türkei, dem Nepal und dem Iran. Speziell berührte der japanische Animationsfilm „Tokyo

Godfathers”, in dem drei Obdachlose am Weihnachtsabend ein Baby auf einer Müllhalde in Tokio finden.

Traditioneller Abschluss des Südfilmfestes war das „Fest für Freunde” am Samstagabend. Viele nutzten dabei die Möglichkeit, in ungezwungener Stim-mung Menschen, die oft von weil her gekommen sind und jetzt unter uns leben und arbeiten, näher kennen zu lernen.

Für orientalische Musik sorgten die iranische Gruppe „Rumi” sowie Abbas Masud Hayat Khayyati, bekannt durch sein legendäres Amstettner Lokal „Sindbad”.

Der vietnamesische Maler Dang Thong Tuyen und Ortsvorsteher Egon Brandl vordem Bild „Mädchen mit drei Blumen”.

Auch Maria Kattner (l.) und Edith Pöll schmeckten die Gerichte von „Südfilmfest”-Koch Cao Van Phuony (r.) ausgezeichnet.

© Wolfgang Knapp, NÖN, Woche 32, Seite 57




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