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| Land: | Schweiz |
| Jahr: | 2007 |
| Regie: | Karl Saurer |
| Drehbuch: | Karl Saurer, Elena M. Fischli |
| Kamera: | Hansull Schenkell, Boney Keyar, Mathias Kälin |
| Montage: | Loredana Christelli |
| Musik: | Ajit Singh, Mafalda Arnauth, Giuseppe Larucca, Johannes Brahms |
| Produktion: | Reck Film Produktion Zürich, Karl Saurer Filmproduktion |
| Länge: | 78 Minuten |
| Originalsprache: | Malayalam, Englisch, Deutsch |
| Untertitel: | Deutsch |
| Darsteller: | P. V. Rajagopal |
| | Dr. K. S. Mathew |
| | Dr. Zoltan Biedermann |
| | Prof. Dr. Laura Stagno |
| | Dr. Hans Hass |
| | Muralee Krishnan |
Rajas Reise (Rajas Reise)
(Schweiz, 2007, Malayalam, Englisch, Deutsch/deutsche Untertitel)
Freitag, 9. November, 19:30, Rathaushof, Amstetten
Die Geschichte dieses Films begann wohl mit einem Fresko, einer Wandmalerei,
in Südtirol. An der Fassade des gediegenen Hotels „Elephant zu
Brixen” begegnet man einem Dickhäuter, der vor 450 Jahren auch
in der heute mondänen Herberge zu Gast war. Was hatte der Elefant dort
zu suchen?
Der Dokumentarfilmer Karl Saurer recherchierte und stieß auf eine
verblüffende Geschichte:
Anno dazumal hatte der portugiesische König Johann III dem Erzherzog
Maximilian von Österreich, dem späteren Kaiser, einen Elefanten
geschenkt. Damals war das Interesse an exotischen Tieren in Europa sehr
groß. Und so begab es sich um 1550, dass Raja auf eine lange Reise
geschickt wurde, aus den Wäldern Keralas über See nach Lissabon
und Genua, über die Alpen und über die Donau bis ins kaiserliche
Wien.
Karl Saurer ist den Spuren Rajas gefolgt und erzählt von einer
außergewöhnlichen Elefantenexistenz. So erleben wir die
Gefangennahme des kleinen Elefanten, die Schulung, die Arbeit im Wald;
farbenfrohe Auftritte bei Tempelfesten – und wie er als Statussymbol
europäischer Herrscher eingesetzt wird. Als Reiseleiter fungiert
P.V. Rajagopal, ein sozialpolitisch engagierter Inder und aktiver Nachfolger
Gandhis. Es kommen außerdem Forscher, Kuratoren, Historiker, ein
Gefängnisbeamter und ein Landesarchivar zu Wort, die unter anderem
von Reisestationen, Relikten, Dokumenten und einem Elefantenstuhl berichten.
Der Regisseur beschreibt aber auf seiner Dokumentarreise nicht nur eine
historische Episode, sondern er spannt den Bogen weiter. Er zeigt erstaunliche
Parallelen zu heute – zu Verschickung, Exil, Entwurzelung und
Fremdbestimmung. Der Elefant wird zum Symbol von Existenzen, die in der
globalisierten Welt untergehen. Derlei Gedanken und Assoziationen stellen
sich ganz beiläufig ein, weil der Film keinen Kommentar abgibt und
nicht schulmeistert. Die Bilder und Geschichten sprechen für sich.
Es ist ein leiser, stimmiger Film aus dem Gestern für das Heute.
© Christine Gruber, SüdFILMfest
Der Gandhi-Aktivist P. V. Rajagopal ist ein sozialpolitisch engagierter
Zeitgenossen mit ausgeprägtem Interesse für andere Menschen
und Kulturen. Weitere Informationen zu seiner Arbeit finden Sie unter
www.ektaparishad.org oder
unter oder www.cesci.ch.
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| Land: | Russland |
| Jahr: | 1965 |
| Regie: | Rezo Chkheidze |
| Drehbuch: | Suliko Jgenti |
| Kamera: | Liew Suchow, Artschil Filipaschwill |
| Musik: | Sulchan Zinzadse |
| Produktion: | Grusiafilm |
| Länge: | 83 Minuten |
| Originalsprache: | Georgisch, Russisch |
| Untertitel: | Deutsch |
| Darsteller: | Sergo Zagariadze (Giorgi Makharashvili) |
| | Vladimir Privaltsev (Nikiforov) |
| | Aleksandr Nazarov (Nazarov) |
| | Aleksandr Lebedev (Lebedev) |
| | Fiorenzo Fiorentini |
Otec soldata (Der Vater des Soldaten)
(Georgien, 1965, russisch/deutsche Untertitel)
Montag, 12. November, 19:30, Rathaussaal, Amstetten
Als Chrušcev das Erbe Stalins antrat, verurteilte er den
„Personenkult” und beschuldigte das Kino, dessen Komplize
gewesen zu sein. Das darauffolgende „Tauwetter” bewirkte
in der sowjetischen Kinematographie grundlegende Veränderungen,
was ein beachtliches Ansteigen der Filmproduktion zur Folge hatte. Zwar
erreichte der sowjetische Film nicht die weltweite Anerkennung, die er
einst in den zwanziger Jahren genossen hatte, aber die Filme wurden
wieder sehenswert und auch international als positiver Beitrag zum
kulturellen Leben der Sowjetunion gewertet.
Als einer der größten Filmerfolge des Jahres 1965 gilt „Der
Vater des Soldaten”, der auch einer der letzten sowjetischen
Kriegsfilme ist, die in Form und Inhalt der Periode des
„Tauwetters” zugerechnet werden können. Denn mit Beginn
der Ära Brenev brach auch im kulturellen Bereich die Zeit
der Stagnation an.
Die Handlung dieses georgischen Films ist einfach - doch gerade darin
liegt der Charakter ihrer Allgemeingültigkeit. Der Regisseur und
sein überzeugender Hauptdarsteller erzählen in diesem
„road movie” vom Zusammenprall der Welt des Weinbauern
Georgij Macharašvili und der des Frontsoldaten. Der
bodenständige Alte mit seinen vom Dorfleben geprägten
Verhaltensmustern ignoriert die Realität des Krieges. Selbst im
Schützengraben lebt er konsequent nach seinen eigenen Gesetzen
weiter, woraus sich Situationen voll Humor und Dramatik ergeben. Doch
der scheinbar unbeholfene Alte verwandelt sich in einen zähen,
tapferen Soldaten. Und noch bemerkenswerter als die Umwandlung von
Passivität in Aktivität im Handeln der Hauptfigur ist das
starre Gleichbleiben seines Wesens und seines Verhaltens im Alltag. Nicht
die unmenschlichen Maßstäbe und Gestze des Krieges zwingen
sich dem alten Soldaten auf, sondern er besitzt die urtümliche
Kraft, seine bäuerliche Denkweise vom Pflanzen und Ernten, vom
Erhalten und Pflegen seiner Umgebung aufzuprägen.
© Christine Gruber, SüdFILMfest
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| Land: | Bosnien |
| Jahr: | 2005 |
| Regie: | Jasmila banić |
| Drehbuch: | Jasmila banić, Barbara Albert |
| Kamera: | Christine A. Maier |
| Montage: | Niki Mossböck |
| Ton: | Nenad Vukdinović, Milan Stojanović |
| Musik: | Enes Zlatar |
| Ausstattung: | Kemal Hrustanović |
| Kostüme: | Lejla Hodić |
| Produktion: | Coop99 Filmproduktion, Wien |
| Produzenten: | Barbara Albert, Damir Ibrahimović, Bruno Wagner |
| Länge: | 90 Minuten |
| Originalsprache: | Bosnisch/d/f |
| Untertitel: | Deutsch |
| Format: | 1:1,85 |
| Auszeichnungen: | Goldener Bär, bester Film, Berlinale 2006
Friedensfilmpreis, Berlin
Preis der ökumenischen Jury, Berlin |
| Darsteller: | Mirjana Karanović (Esma) |
| | Luna Mijović (Sara) |
| | Leon Lucev (Pelda) |
| | Kenan Catić (Samir) |
| | Jasna Ornela Berry (Sabina) |
| | Dejan Aćimović (Čenga) |
| | Bogdan Diklić (Šaran) |
| | Emir Hadihafisbegović (Puška) |
Grbavica (Esmas Geheimnis)
(Bosnien, 2005, deutsch)
Freitag, 23. November, 19:00, Rathausssal, Amstetten
Zu den internationalen Tagen gegen Gewalt an Frauen veranstalten 11
regionale Organisationen im Rahmen der Amstettner Kulturwochen zwei
Veranstaltungen.
-
Freitag, 23. Nov.: „Frei leben ohne Gewalt”
Redewettbewerb von SchülerInnen zum Thema häusliche Gewalt und
Filmvorführung.
- 19.00 Redewettbewerb
- 20.00 Buffet
- 20.20 Preisverleihung
- 20.30 Filmvorführung
-
Donnerstag, 29. Nov., 10:00: „Frei leben ohne
Gewalt” Aktion am Hauptplatz Amstetten. Programm:
- Hissen der Fahne „Frei leben ohne Gewalt”
- Rede der Siegerin / des Siegers vom Redewettbewerb
- Reden von Mitarbeiterinnen der regionalen Organisationen zum Thema
häusliche Gewalt und von PolitikerInnen
MitveranstalterInnen: Frauenberatung Mostviertel, Frauenhaus Amstetten,
un!da coaching, un!da services, Interventionsstelle gegen Gewalt NÖ,
Amnesty International, Kidsnest, Beratungszentrum Rat & Hilfe,
Männerberatung Mostviertel, MigrantInnenzentrum FAIR,
Heilpädagogische Gesellschaft;
Die allein erziehende Esma lebt mit ihrer 12-jährigen Tochter Sara in
Grbavica, einem Stadtteil von Sarajewo, in dem der Wiederaufbau nach den
Jugoslawienkriegen der 90er Jahre nur langsam vorangeht. Weil Esma mit der
dürftigen Unterstützung vom Staat nicht über die Runden kommt,
nimmt sie eine Stelle als Kellnerin in einem Nachtclub an. Nur widerstrebend
arbeitet Esma die Nächte hindurch, vor allem, weil sie dann weniger
Zeit für ihre Tochter hat. Esma, die noch immer traumatisiert ist
durch die gewalttätigen Ereignisse der Vergangenheit, sucht Hilfe in
einer Gruppentherapie im örtlichen Frauenzentrum. Ihre Tochter Sara,
ein lebhafter Wildfang, hat sich eng mit ihrem Klassenkameraden Samir
angefreundet. Die beiden sensiblen Teenager sind sich sehr nah &ndash beide
haben ihren Vater im Krieg verloren. Samir ist jedoch erstaunt, als er
hört, dass Sara nichts über den Heldentod ihres Vaters zu
berichten weiß. Saras Vater wird erneut zum Thema, als Sara
für einen Preisnachlass bei der anstehenden Klassenfahrt den
Nachweis benötigt, dass ihr Vater ein Kriegsheld (shaheed) war und
den Märtyrertod gestorben ist. Esma behauptet, dass es schwierig sei,
den offiziellen Nachweis zu bekommen, weil der Körper des Toten noch
immer nicht gefunden wurde. Gleichzeitig versucht Esma verzweifelt, das
gesamte Geld für Saras Klassenfahrt aufzutreiben. Als Saras
Klassenkameraden sie damit hänseln, dass sie nicht auf der Liste der
Märtyrerkinder steht, rastet Sara aus. Sie begreift, dass ihre Mutter
den kompletten Preis für sie bezahlt hat und stellt sie aufgebracht
zur Rede. Esma bricht zusammen und konfrontiert das Mädchen
schonungslos damit, dass sie bei einer der zahlreichen Vergewaltigungen
im Gefangenenlager gezeugt wurde. So schmerzhaft diese Auseinandersetzung
ist: für Esma ist es der erste wirkliche Schritt zur Verarbeitung
ihres tiefen Traumas. Und trotz Saras Verletztheit gibt es Hoffnung auf
einen Neuanfang für die Beziehung zwischen Mutter und Tochter.
Anmerkung der Autorin:
GRBAVICA ist zuerst eine Geschichte über die LIEBE. Über eine
Liebe, die unrein ist, weil sie mit Hass, Abscheu, Trauma und Verzweiflung
vermengt ist. Es ist auch eine Geschichte der OPFER die – obwohl sie
kein einziges Verbrechen begangen haben – immer noch nicht vollkommen
unschuldig sind was kommende Generationen betrifft. GRBAVICA erzählt
auch von der WAHRHEIT, einer kosmischen Kraft, die notwendig für den
Fortschritt ist und die so sehr von den Menschen in Bosnien und
Herzegowina gebraucht wird, um gesellschaftliche Reife zu erlangen.
© Sonja Mille, Frauenberatung Mostviertel
Aus dem trigon-film Mediendossier zum Film
GRBAVICA haben wir hier noch weitere
Informationen für Interessierte zusammengestellt: Allgemeines über
die Regisseurin Jasmila banićs
und ein Interview mit ihr zu
ihrem Film; dazu Gedanken
von Walter Ruggle und eine Zusammenfassung der
Geschichte Bosniens.
Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass es im
trigon-film Magazin nr. 34 zwei ausführliche
und ganz hervorragende Artikel zu diesem
Film gibt. Der erste behandelt den Film an sich und ich habe
zwei charakteristisch Absätze daraus
für Sie zum Nachlesen ausgewählt. Der zweite Artikel fasst
ein Interview mit der Regisseurin Jasmila banić zusammen und auch
aus diesem Artikel möchte ich
einen Absatz hier vorstellen.
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